Da lag Marburg, die alte, liebe Stadt, und war nur schöner geworden. –

»Versteht ihr?« fragte Klaus Kreuzer.

Die anderen nickten.

»Das will uns sagen,« fuhr Klaus Kreuzer fort, »ich bin ein Gleichnis und will in euer Leben hinein und euch aufrufen, wenn ihr vergeßt, was euch not tut. Euer Leben mag älter, aber es darf nur schöner werden. Nein – mehr noch. Es gibt keine Zeit, wenn ihr es nicht wollt. Seht her und macht sie nach: die tägliche Auferstehung. Habt nur den Mut zum Glücke …«

Er brach ab und starrte hinaus. Was würden die guten Kerle davon wissen … Kaum ihre Atemzüge hörte er.

Und in die tiefe Stille klang die Stimme des Landarztes, und über seinem Gesichte lag ein merkwürdiger Hauch, der es verschönte und vergeistigte. Und in die tiefe Stille hinein sagte er nur: »Es braucht kein Geist aus dem Grabe und kein Professor aus Berlin zu kommen, um uns das zu verkünden.«

Und der lange Ritter fügte hinzu, und seine Blicke tranken den Morgen: »Siehst du, deshalb sind wir hier.«

Da war es Kreuzer, als griffe ein Neid an sein Herz.

So viel war er geworden und so wenig die anderen, und doch wußte er nichts zu erwidern.