Halt. Das Wort hatte er schon gehört. Wann? Heute? Gestern? Ganz gleich. Es war ein Wort im Alltagsgewand und voll innerer Köstlichkeiten. Und – Traud hatte es gesagt. Natürlich …
»Unsere jungen Leute sind wohl schon heim? Wollen wir Überlebenden – ja, was wollen wir Überlebenden?«
Seine Augen suchten das blaue Gewoge des dämmernden Tages zu durchdringen.
»Den Morgen begrüßen, Kreuzer!«
»Marburg zeigen, wir leben noch! Wir werfen uns wie Antäos an der Mutter Brust, neue Lebenskräfte einzusaugen, wenn uns ein Schicksal trifft.«
»Hierher, Fax, Bowle hierher ans Fenster – als festlich hoher Gruß, dem Morgen zugebracht!!«
»Still,« sagte Kreuzer, »der Morgen will mit uns sprechen.«
Die Gläser in den Händen, saßen sie stumm beieinander und blickten in die blauen, flatternden Schleier. Immer inbrünstiger wurde das Lied der Nachtigall. Und nun kam eine Woge frischen Blütenduftes.
Die Sonne …
Von den Hängen flatterten die Schleier los, über die Lahnwiesen strichen sie hin in eiliger Flucht, die Bergkette schüttelte sie von den Häuptern, daß sie zu silbernem Tau zerstiebten. Bilder taten sich auf in stiller, schwelgender Frühlingspracht, in stiller, drängender Liebe, in lebenzeugender Sonne.