Und bis in die späte Nacht hinein saß er zwischen den Freunden von einst und den Gedanken von heut, und kein Neid kam mehr an sein Herz heran, weil es voll war vom Köstlichsten der Erde, voll von Erwartungen. Mit dem Sohn ging er heim und hörte lächelnd seinen Schwärmereien zu, die er nie in dem streng erzogenen Jungen zu finden geglaubt hätte, und unterbrach ihn nicht ein einziges Mal.

»Aber das Schönste war, Papa, daß du gekommen bist.«

»Weshalb denn, Walter?«

»Weißt du, weil ich dich so jung gesehen habe, und das hat mich dir soviel näher gebracht. Ich könnte dir jetzt immer alles sagen und würde mich nur noch vor dir schämen, aber mich nicht mehr vor dir fürchten. Wir – zwei Männer.«

An diesem Abend küßte Klaus Kreuzer seinen Jungen zur Guten Nacht: »Wir – zwei Männer …«


7

Er hatte seinen Stuhl neben Trauds Klavierbank gerückt und sah zu, wie das Morgenlicht über die Tasten rieselte und sich unter dem leisen Anschlag ihrer Finger streicheln ließ. Und wenn sie seinen Blick fühlte, wandte sie den Kopf nach ihm, sah ihn lange an und nickte ihm zu.