»Du willst mir gebieten?« höhnte ihn Loki, »du, der sich im Däumling eines Riesenhandschuhs verkroch?«

Schweigend griff der Donnerer nach dem Hammer Mjolnir. Die Sprache verstand der Verräter.

»Zum letzten Male sitzt ihr bei Ägir zum Trunk! Das letzte Bier hat er euch gebraut! Feuer soll bald diese Halle verzehren, wie euch Asen der Wolf verschlingen wird und Muspels Feuer und meine Tochter, die Hel!«

Kreischend schrie er seine Verwünschungen, und bevor die Götter einen Gedanken zu fassen vermochten, stürzte er sich in Gestalt eines Lachses ins Wasser und war verschwunden.

Die Asen machten sich auf.

»Der Tod wäre zu große Wohltat für solchen Bösewicht,« und sie kamen überein, ihn zu fangen und so zu fesseln, daß sein Weiterleben eine einzige Kette von Qualen bilden solle.

Von seinem Hochsitz aus blickte Wodan forschend in die Welt. Und er gewahrte Loki in einem Hause mitten in der Felsenwildnis sitzen, und das Haus war über einen Sturzbach gebaut und trug Fenster in allen vier Wänden. Beständig auf der Hut, lugte Loki rastlos nach allen Himmelsrichtungen aus und flocht dabei ein Netz, um Fische ins Garn zu locken.

Jäh sprang er auf. Er hatte das Nahen der Asen erspäht. Und mit einem Satz war er als Lachs in dem Sturzbach verschwunden.

Da fanden die Asen das Netz und nahmen es und zogen es quer durch den Sturzbach. Zweimal schnellte sich der Lachs über das Hindernis und verschwand in der Tiefe. Beim dritten Male geriet er in das Netz und hätte das Netz mit sich weggerissen, wenn nicht der Donnerer, der bis zur Brust im Wasser stand, zugegriffen und den Lachs beim Schwanze erwischt hätte. Da half kein Drehen und Winden, des starken Asen Faust riß ihn aus dem Netz, das sich der Böse selber gefertigt hatte.