»Für den großen Gott, der uns führen wird.«

Und sie sprechen Allvaters Worte nach:

»Götter sterben nicht. Götter und Helden erstehen neu, wenn sie sich würdig erwiesen. Würde ist nicht das bißchen Tugend des Tages. Würde ist, für sein Leben und Schaffen sterben können. Das allein macht unsterblich.«


Zu allen Zeiten lebte das Germanenvolk wie seine Götter. Der Götter Tugenden waren die seinen und der Götter Fehler, der Götter Kraft und der Götter Kriege, der Götter Niedergang und der Götter Auferstehung. Du aber, mächtigster Germanenstamm, deutsches Volk, von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt, erkenn aus der Urväter Tagen, daß deine Götter und Helden niemals dem Schicksal schwächlich in die Augen sahen, daß sie es kühn erwarteten und sich bis aufs letzte Blut mit ihm schlugen, wie Männer tun im deutschen Zeichen des Hammers. Vom Blute Wodans lebt es in dir, vom Blute Donars, vom Blute Baldurs, und – so der große Gott, »der uns führen wird«, uns liebt, weil wir Männer sind und keine Knechte – immerdar vom Blute

Hermanns, des Cheruskers.


Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig

RUDOLF HERZOG

Preußens Geschichte