Da standen Esche wie Ulme horchend und wurden sehend und regten ihre Äste und standen, mit offenen Sinnen, in freier Bewegung in all der Sonne.

Der feurige Loki aber sprang vor, riß sie an seine Brust, daß sie taumelnd die Glut seines Herzens spürten, ließ einen Blutstropfen in sie überspringen und gab die Menschgewordenen aus seiner brünstigen Umarmung frei.

Auf der Erde standen die ersten Menschen. –

Und die ersten Menschen sahen die Götter und sahen dann sich selbst. Und sie erblickten in ihren Augen die Sonne des Himmels und schritten mit heißen Wangen aufeinander zu und faßten sich bei den Händen.

Ask hieß die Esche. Embla die Ulme. So hießen die ersten Menschen. Und Embla lehnte ihr Haupt an die Schulter des Ask, wie Frigg getan hatte, die erste Göttin, als sie Wodan erblickte.

Da winkte Wodan seinen Gefährten und fuhr mit ihnen gen Asgard zurück.

»Wir gaben ihnen viel,« sprach Wodan, »mehr noch müssen sie sich selber geben.«

Die Gefährten suchten Allvaters sinnenden Blick.

»Die Erkenntnis,« sprach Wodan, »daß sie nur mit den Göttern Edelmenschen und Herren der Erde sind; ohne die Götter – Schlagholz im Walde.«