Und der Held antwortete und war noch immer über sie gebeugt: »Ich bin Siegfried, Siegmunds Sohn und gebürtig aus Xanten am Niederrhein.«

»Was trieb dich, o Siegfried, dies Wagestück zu bestehen?«

»Der Wunsch, o Brunhild, dich zu befreien und dich zu gewinnen.«

Sie stützte sich auf ihre starken Arme und richtete [32] sich auf. Ihr Blick schweifte durch das offene Tor den Berg hinab.

»Das Feuer ist erloschen,« sagte sie leise und atmete tief. »Und der furchtbare Bannspruch ist mit ihm erloschen.«

Sie sprang auf die Füße, daß ihr Panzer klirrte, reckte die Arme und streckte den Leib. »Frei! Frei!«

Und Siegfried stand neben ihr, staunte ihres Leibes Kraft und Schönheit an und wußte nichts zu sagen.

Da wendete sie den Kopf nach ihm, gewahrte sein bewunderndes Auge, gewahrte seine Reckengestalt und errötete tief.

»Blicke mich nicht so an, o Held.«

»Du bist so schön, o Brunhild.«