Es war Mondnacht, und die jungen Indianerinnen tanzten. Sie hatten feine, schmale Gesichter und große, dunkle Augen. Die dicken Haarflechten fielen auf die braunen nackten Schultern. Sie trugen weiße Leinenhemden und weiße Sommerröcke, eine Korallenkette um den Hals und sämtliche Finger mit Ringen geschmückt.
Der Duft der Orangenblüte wehte herüber.
Tia Lolita schwatzte mit Herrn Dr. Bürstenfeger. In einem Anfall von Laune lachte sie ihm zu und neckte ihn harmlos.
Herr Dr. Bürstenfeger starrte sie wortlos an mit klopfendem Herzen.
„Wollen wir auch einmal tanzen!“ sagte sie.
„Ja, ja ...!“ stammelte Herr Dr. Bürstenfeger; er wußte selbst nicht recht, was er sagte.
Und sie tanzten. —
Als Carlos und Nicolás im Begriff waren, zu Bett zu gehen, ging Herr Dr. Bürstenfeger nebenan in seinem Zimmer langsam auf und ab und murmelte leise etwas vor sich hin.
Plötzlich blieb er stehen, schlug die Hände vors Gesicht und schluchzte: „Ich liebe dich, Lolita ... sei mein Weib, ich liebe dich mit meiner ganzen Seele!“
Carlos und Nicolás hörten das, und maßloses Erstaunen ergriff sie.