Als er nachher mit Carlos und Nicolás auf Deck ging, ließ er die Knaben allein.
Von Unruhe gequält, spazierte er umher und spähte in alle Winkel.
Plötzlich erhellten sich seine Züge. Neben einer großmächtigen Taurolle hatte er ein Plätzchen gefunden, das wie geschaffen schien, ihn aufs prächtigste vor aller Welt Blicken zu verbergen.
Schon wollte er seinen Reisestuhl holen. In diesem Augenblick erscholl zwanzig Schritte von ihm Fräulein von Pfnühls Stimme: „Herr Doktor!“
Herr Dr. Bürstenfeger sah sie starr an, machte dann kehrt und floh nach dem Treppenhaus.
Zwei Stewards mit Teebrettern voller Teller und Schüsseln kamen gerade die Treppe hinauf und versperrten ihm den Weg.
„Herr Doktor!“ ertönte es noch mal kläglich bittend dicht hinter ihm.
Herr Dr. Bürstenfeger duckte sich, und mit zwei Sätzen war er unter den Teebrettern durch, die Treppe hinab, lief durchs Eßzimmer in seine Kabine und schloß sich ein.
Schwer ließ er sich auf das Sofa nieder. Gleich aber hatte er sich wieder erhoben. Er reckte die Arme zur Decke empor und rief aus: „Nichts Fürchterlicheres gibt es für einen Mann, als wenn eine Frau, die er nicht lieben kann, ihn immerzu mit ihrer Zärtlichkeit verfolgt!“
Aber von nun an haßte und verabscheute Fräulein von Pfnühl Herrn Dr. Bürstenfeger aus ganzer Seele.