„Was schwatzt du da für Unsinn,“ schrie Herr Dr. Bürstenfeger, „erstens bist du keine alte Frau, und zweitens bin ich noch viel zu glimpflich mit dir umgegangen!“

Er schwieg, die Lippen fest aufeinandergepreßt. Nicolás sah, wie sein Kehlkopf sich über dem niederen Klappkragen auf und ab bewegte.

„Ich habe mich bedacht, ihr braucht noch nicht zu Bett,“ sagte Herr Dr. Bürstenfeger, „geht einstweilen ins Eßzimmer und verhaltet euch still, ich komme bald nach!“

Carlos wollte schon die Türklinke ergreifen.

Herr Dr. Bürstenfeger hielt ihn zurück. Er sah ihn an. Über seiner Nasenwurzel hatten sich zwei Furchen gebildet.

„Rebellischer Knabe, rebellischer Knabe, pfui, schäme dich — so, jetzt geht!“

Sie gehorchten schweigend.

Stumm blickte er noch eine Weile in der Richtung der geschlossenen Tür. Dann aber glätteten sich langsam seine Züge; er sagte vor sich hin: „Ich hätte diesem aufgeregten Karl auch heute den Alkoholgenuß versagen sollen!“

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Am nächsten Morgen beim Frühstück wagte Herr Dr. Bürstenfeger nicht vom Teller wegzusehen, aus Angst, den Augen Fräulein von Pfnühls zu begegnen.