„Bis, da capo!“ ertönte es von neuem.
Nochmal sang er die Arie. Darauf kehrte er sich nach seiner Gattin um.
Mit einem Schrei taumelte er zurück; dann aber machte er einige Schritte vorwärts, und nach einem kurzen, ergreifenden Schlußgesang bückte er sich nach seinem Degen, stieß ihn sich in den Leib und fiel neben seine Gattin nieder.
Ein grenzenloser Applaus erfolgte. Man stampfte, jubelte, der Beifall wollte nicht enden.
Das Paar erhob sich; Chiasaponte nahm die Hand seiner Gattin, sie traten bis zur Rampe und verbeugten sich viele Male; worauf sie sich dann wieder zurückzogen.
Kurz danach erschien Donna Elvira mit einem Teller unter den Zuschauern. Man war allgemein in der freigebigsten Stimmung. Gold und Banknoten flogen in den Teller. Die Künstlerin ging die Reihen auf und ab, der Teller zitterte in ihrer Hand. Beinahe taumelnd verschwand sie hinter der Szene.
Das Publikum begann sich von den Plätzen zu erheben.
„Pst, stille!“ ertönte es plötzlich, denn in demselben Augenblick erschienen wieder beide Künstler auf der Bühne. Ihm wie ihr rannen dicke Tränen über die geschminkten Backen.
Sie traten bis zur Rampe und verbeugten sich.
„Meine Damen und Herren ...“, begann Chiasaponte. Seine Stimme bebte, er hielt inne und schluckte heftig. „... Ich danke Ihnen ... Wohl weiß ich,“ zitternd berührte er seine Kehle, „daß ich nicht meiner Stimme diesen Erfolg zu verdanken habe ... sie ist nicht mehr die frühere; ich bin ein Greis ... aber das, was höher steht als die Materie, der Geist, der zu den Gemütern spricht, er ist noch nicht ganz erloschen, er hat einen Widerhall bei Ihnen gefunden!“ — Wieder hielt er inne „Meine Damen und Herren, nicht immer hat man Gelegenheit, vor ein solches Publikum zu treten!“