Als sie vor dem Ombú angekommen waren, stieg der Chinese vom Pferd. Er umarmte Carlos und Nicolás; auch sie schlangen ihre Arme um seinen Hals und küßten ihn auf den Mund.
Dann, wie auf Verabredung, wandten sie die Pferde (denn sie wollten als Helden scheiden) und ritten im Galopp, laut heulend, nach dem Gut zurück.
Das Brüderchen
Am Morgen waren Carlos und Nicolás mit ihren Eltern aus Buenos Aires zurückgekehrt, es war Nachmittag, sie ritten in der Pampa spazieren. Carlos hielt im Arm einen kleinen weißen Seidenpintscher, den er vor vierzehn Tagen geschenkt bekommen hatte.
Sie kamen bis vor die einsame Hütte des Puesteros Eusebio und sahen sein sechsjähriges Söhnchen Miguelito, das nahe bei der Schwelle stand und eine niedrige Holzwiege wiegte, in der ein Säugling lag. Er lag festeingewickelt, konnte weder Arme noch Beine bewegen und schrie.
Der Pintscher spitzte die Ohren nach der Wiege und bellte feindselig.
„Ist das dein Brüderchen?“ fragte Carlos ganz erstaunt.
„Ja!“ sagte Miguelito und sah mit leuchtenden Augen nach dem Pintscher.
„Seit wann hast du dieses Brüderchen?“ fragten Carlos und Nicolás zugleich.
„Weiß nicht“, antwortete Miguelito. „Vor einigen Wochen brachte mich abends der Vater zu Don Ignacio, und als ich am Morgen wieder hier war, war das Brüderchen da.“