Schräg vor ihnen am Himmel fiel langsam, einen langen Lichtstreifen hinter sich ziehend, ein Meteor zur Erde.
Carlos ergriff Nicolás Hand und die Knaben starrten in der Richtung.
„Hast du dir was gewünscht?“ fragte Carlos mit unterdrückter Stimme.
„Daß wir den Tiger erlegen!“ antwortete der jüngere Bruder.
„Das gleiche habe ich mir von ganzer Seele gewünscht!“ antwortete der andere. Dann schwiegen sie wieder.
Endlich sagte Carlos: „Sieh, Nicolás, nun kann es nicht fehlen, wir werden den Tiger schießen. Morgen gehen wir zum Capataz und er muß uns seine Flinte leihen, und wenn ich acht Jahre alt bin, muß Papa mir eine kaufen.“
Sie blieben noch lange am Fenster, da sie viel zu aufgeregt waren, jetzt schon schlafen zu gehen. Dann aber lag Carlos noch lange wach im Bett auf dem Rücken, die Hände hinter dem Kopf verschränkt, und dachte an den Tiger ...
In der Frühe, wie sie aufstanden, war es bereits allgemein bekannt, daß sich in der Nähe ein Jaguar aufhielt.
Die Knaben gingen sofort zum Capataz, und Carlos sagte mit einer Miene, als hätte er sein Leben lang nichts anderes getan, als Tiger gejagt: „Leihe uns deine Flinte, wir fahren nach den Inseln und wollen den Tiger töten!“
Der Capataz brach in Lachen aus: „Ich werde euch Flinte geben!“ und machte eine Handbewegung durch die Luft.