„Leih uns dein Gewehr!“ rief Carlos, im Galopp auf Benito zureitend, der neben einem niedergestreckten Stier stand.
Carlos sprang vom Pferd und umarmte seinen Freund: „Gib es uns, wir wollen einen Tiger schießen!“
„Tiger?“ lachte der Capataz, denn er wußte nicht, daß ein Jaguar heruntergeschwemmt worden war, „die gibt es nur im Norden in Chaco!“ und war nicht zu bewegen, ihnen das Gewehr zu leihen.
Nachts stand Carlos in seinem Zimmer im Hemd am Fenster und brütete: am Ende existiert der Tiger nicht mehr? Vielleicht hat man ihn heute geschossen?!
Nicolás lag im Bett, hatte bereits begonnen, sich in das Unvermeidliche zu fügen und sprach zu seinem Bruder: „Nimm es nicht so schwer; wenn wir groß sind, gehen wir nach dem Gran Chaco und töten viele Tiger.“
Das war aber kein Trost für Carlos. Nicolás war eingeschlafen; Carlos lag am Fenster und brütete.
Plötzlich ergriff er seinen Bruder am Arm und rüttelte ihn:
„Hast du gehört?! Er lebt, da brüllt er wieder!“
Das Brüllen kam von ganz fern, das viele Schießen hatte den Jaguar vertrieben.
„Da brüllt er wieder!“ murmelte Nicolás schlaftrunken und schlief wieder ein.