Seine Glieder leuchteten, es ward ihm unheimlich. Vom nahen Grunde löste sich schnappend ein seltsames Ungetüm, irgend ein großer, unbekannter Fisch. Ein Grausen packte ihn, er schloß krampfhaft die Augen, arbeitete sich nach oben und schwamm zurück, mit einem Mal erfüllt von einem Gefühl furchtbarster Verlassenheit.
Am Ufer angelangt, schlüpfte er, naß, wie er war, in seine Kleider und ritt in gestreckter Karriere zum Gut zurück ...
Es war am Morgen. Carlos war soeben erwacht und sein erster Gedanke war der Tiger.
Da hörte er vor seinem Fenster unten Stimmen. Der Franzose Dupont, der auf einem nahen Gut, das aber vom Fluß entfernt war, auf Besuch und ein Freund des hiesigen Verwalters war, sprach zum Gaucho Gonzales: „Ich kann mich verlassen, die Kanoe ist gut?“ und sah auf den Eimer, den dieser in der Hand hielt.
„Sie ist gut“, antwortete trocken Gonzales.
„Also auf! wir werden ihn schon noch aufstöbern!“ rief Dupont.
Mit zwei Sprüngen war Carlos am Fenster; er wußte, um was es sich handelte.
„Dupont!“ schrie er, „nimm uns mit, ich bitte, nimm uns mit. Wir wollen ja nicht schießen; wir wollen nur dabei sein, wenn du den Tiger tötest!“
Dupont blickte etwas überrascht hinauf. Er stand auf sein Gewehr gestützt, in Poncho und Chiripá, wie ein Gaucho.
Nicht ohne Feierlichkeit erwiderte er: „Euch kleine Bengels, euch soll ich auf eine Jagd mitnehmen, auf der man sein Leben riskiert?!“