Nicolás stieg zu Pferd und ritt in kurzem Trabe davon, an dem Herrschaftsgebäude und dann an dem Galpon vorbei.
Unweit der Schafherde stand die Hütte von Juanitas Vater, und nicht weit davon saß sie im Grase und peitschte mit einer Gerte die Halme.
Sobald Nicolás sie sah, ließ er sein Pferd kurbettieren; er schlug, die losen Zügel in der Hand, darauf ein und riß es dann gleich wieder zurück.
Er liebte Juanita, und er wollte, daß sie ihn in Gefahr sehen solle.
Sie aber blickte ihn mit leisem Lächeln an. Ihr älterer Bruder Isidor war Pferdebändiger auf dem Gute von Don Ignacio Rodriguez, und das erschien ihr weit gefährlicher.
Nicolás hatte sich ihr inzwischen bis auf wenige Schritte genähert und begann sein Pony zu beruhigen, indem er ihm freundliche Worte sagte und auf Hals und Kruppe tätschelte.
Dann stieg er mit einem meisterhaften Sprung ab und stand dicht bei ihr.
Er war sehr ernst, beinahe feierlich.
„Juanita,“ begann er, „vorhin ist der Tridente vorbeigefahren, du weißt, er ist der schnellste Dampfer von allen; ich habe ihn von Carlos bekommen mit dem Silbergeschirr, mit den Betten und Stühlen und mit der Maschine. Ich habe mir ein Landgut in Paraguay erworben mit Millionen von Kühen und Pferden.“ Er zeigte nach dem Baume: „Von jenem Ombú an ist alles Land mein bis nach Chile.“ Er zeigte nach der Schafherde: „Und auch die Schafe hier sind mein.“
Juanita hatte ihm zugehört, ohne daß eine Miene sich in ihrem Gesichte veränderte; bei seinen letzten Worten jedoch zuckte sie die Achseln, rümpfte die Nase und wiegte den Kopf langsam hin und her.