Eine kleine Pause entstand.
Endlich sagte sie: „Ich weiß nicht, ob du lügst, wenn du sagst, daß der Tridente dein ist und alle Landgüter in Paraguay und alles Land hinter dem Ombú bis nach Chile. Aber du lügst, wenn du sagst, daß die Schafe dein sind; die Schafe gehören meinem Vater, und wenn mein Vater tot ist, gehören sie meiner Mutter, und wenn meine Mutter tot ist, gehören sie meinem Bruder und mir.“
Nicolás war über diese Worte etwas betroffen, dann aber stieg der Ärger in ihm auf.
„Was mein ist,“ antwortete er, „hat zuerst Papa und Onkel Paulus gehört. Papa und Onkel Paulus haben das Recht, zu verschenken, was sie wollen. Onkel Paulus lügt meinen Bruder nicht an. Er hat ihm das Land und die Sachen gegeben, er darf es.“
„Er kann dir alles Land und alle Schiffe verschenken, aber niemals die Schafe, die gehören meinem Vater.“
„Meinetwegen,“ sagte Nicolás mit einer nachlässigen Gebärde, „die Schafe sollen deinem Papa gehören, ich würde sie ihm ja sowieso geschenkt haben. Gefallen mir einmal alle Reichtümer nicht, gebe ich sie her oder verkaufe sie und gehe nach Europa und kaufe mir die großen Wälder. Weißt du, was Wälder sind, Juanita?“
„Nein“, sagte sie.
„Natürlich kannst du nicht wissen, was Wälder sind, weil es hier keine gibt. In Buenos Aires und Uruguay sind die großen Städte und die Pampas. Die Wälder sind in Europa, und das sind viele große Bäume, die beieinander sind. Man kann tagelang darin reisen, die Bäume ragen beinahe bis zum Himmel.“
„Willst du wissen, wie es darin aussieht, beuge dich ins Gras herab und bleibe eine Weile ruhig. Aber schaue immer zwischen den Halmen hindurch. Gibst du dir Mühe und denkst du immer an einen Wald, wird es dir so vorkommen. Das hat mich Onkel Paulus gelehrt.“
Juanita verharrte eine Weile schweigend.