Carlos beobachtete sein Gesicht und überlegte, ob es vielleicht doch ein sehr grimmiges Aussehen haben könnte, wenn er einen Bart trüge, wie ihn Zenobia geschildert hatte. Er schloß die Augen, um sich das zu vergegenwärtigen, aber es gelang ihm nicht, trotz aller Mühe.

Es war eine Weile Stillschweigen, und Herr Dr. Bürstenfeger wandte sich an die Knaben; er sprach mit mildem Ernste: „Es wird euch nicht unbekannt sein, Karl und Nikolaus, daß hier der La Plata, an dem eure Heimatstadt erbaut ist, einer der imposantesten Ströme der Welt ist?“

„Ja, ja“, antworteten Carlos und Nicolás, wußten jedoch nicht, was sie weiter sagen sollten.

„Was eure Heimatstadt anlangt,“ fuhr Herr Dr. Bürstenfeger fort, „so werdet ihr wissen, daß ihr Umfang dem der französischen Hauptstadt Paris nahekommt, und daß diese Tatsache darauf zurückzuführen ist, daß eure Häuser, mit wenigen Ausnahmen, alle sehr niedrig sind.“

„Woher wissen Sie das, waren Sie schon in Buenos Aires?“ fragte Carlos begierig.

Herr Dr. Bürstenfeger lächelte: „Gewiß nicht, ich kenne von Südamerika nur flüchtig einige wenige Häfen, die ich auf dieser Reise berührt habe, aber das ist Sache des Studiums, der Bildung, Karl ...“

So gelangte man wieder bis zur Barke zurück, worauf man nochmal auf die Karren stieg.

Herr Dr. Bürstenfeger schüttelte den Kopf über diese originelle Beförderungsart; er hatte darüber noch nichts gelesen.

Auf der Landungsbrücke nahm er mit Erlaubnis des Papas die Knaben bei der Hand, Carlos rechts, Nicolás links. Man ging bis zum Wagen und fuhr dann nach Hause.

Dort begab sich Herr Dr. Bürstenfeger, von Nicolás begleitet, auf sein Zimmer, und Carlos lief aufgeregt zur Zenobia.