„Wieso, Karl?!“ antwortete Herr Dr. Bürstenfeger überrascht.

Carlos wußte nicht recht, wie er diese Behauptung begründen sollte. Es war ihm nur eingefallen, daß er neulich mit seinem Freunde Pedro Kestner Krieg gespielt hatte, Pedro hatte eine deutsche Fahne in der Hand gehalten und war Deutschland gewesen, und Carlos hatte eine argentinische Fahne gehalten und war Argentinien gewesen.

„Und da ist Pedro auf dem Bauch gelegen,“ erzählte Carlos, „und ich stand mit dem einen Fuß auf seinem Rücken und hatte gesiegt. Papa und Mama haben zugeschaut, und Alberto Hanfstett war auch dabei und auch der Papa von Pedro. Der lachte auch, aber nicht so sehr.“

Herr Dr. Bürstenfeger zwang sich zu einem leisen Lächeln, wollte dann etwas erwidern, ließ aber klug für heute das Thema fallen.

Schweigend gingen sie weiter.

Carlos, den die Stille drückte, sagte endlich: „Ich will Argentinier sein, aber ich will mir Mühe geben, auch ein guter Deutscher zu sein.“

Und Nicolás sagte: „Ich will auch ein wenig ein guter Deutscher sein!“

Ein Tag mit Herrn Dr. Bürstenfeger

Der Hauslehrer sagte zu Carlos und Nicolás: „Ihr dürft wie zuvor allein ausreiten, nur um eines bitte ich euch inständig, reitet niemals mehr Karriere, ich bin für euer Wohl und Wehe verantwortlich und muß einstehen, wenn ihr Schaden nehmt.“

Der Ton, in dem Herr Dr. Bürstenfeger das sagte, zeugte von bestimmter Erwartung, war aber im übrigen milde.