Nach dem Essen gingen die Knaben in den Garten, bauten eine Hütte, machten Pfeile und Bogen, um Indianer zu spielen, oder fuhren auf ihren Karren herum. Manchmal nahm Carlos ein Blatt Papier und einen Bleistift zur Hand und versuchte nach der Natur zu zeichnen, eine Baumgruppe oder sonst etwas. Das wollte er einrahmen lassen und der Mama zu ihrem Geburtstag für den Salon schenken.
„Komisch,“ sagte Nicolás, „wenn man deine Bilder von ganz nah ansieht, erscheinen sie schlecht, stellt man sich aber weiter weg, so kommen sie einem besser vor.“
Carlos war nicht sehr erfreut über diese Kritik. Er hatte es nicht so gemeint.
Von zwei bis vier war in der Regel Schule, heute aber nur bis drei, denn es fand der „große Spaziergang“ statt.
Es gab heute Schreiben, was die Knaben sehr liebten. Sie hatten dicke und dünne Striche zu ziehen, gerade und schiefe. Besonders die dicken Striche machten ihnen Freude, weil es ihnen angenehm war, auf den Bleistift zu drücken.
Das dauerte aber nur eine halbe Stunde, und dann kam das Allerschönste vom ganzen Schultag.
Herr Dr. Bürstenfeger las ihnen eine Geschichte vor, die mußten sie dann wiedererzählen.
Heute war es die Schilderung eines Turniers aus einem mit herrlichen Bildern geschmückten Sagenbuch.
Die Folge dieser Vorlesung ahnte Herr Dr. Bürstenfeger nicht, Carlos und Nicolás waren ganz aufgelöst.
Verschiedene Male war er nahe daran, das Buch zuzuklappen, so aufgeregt benahm sich Carlos.