„Weißt du was,“ sagte dieser nach der Schule zu Nicolás, „sobald wir vom großen Spaziergang zurück sind, veranstalten wir zusammen ein Turnier.“

Und Nicolás war damit aufs höchste einverstanden.

Die „großen Spaziergänge“ aber dauerten mindestens bis um sechs. So hatte es Herr Dr. Bürstenfeger eingerichtet.

Heute schlugen sie den Weg nach der Stadt ein. Da für Carlos und Nicolás Schuhe zu kaufen waren, wollte man die Gelegenheit benützen.

Über eine Stunde gingen sie auf der großen breiten Straße. Herr Dr. Bürstenfeger marschierte, den Blick geradeaus gerichtet, in langsamem, aber regelmäßigem Tempo. Carlos und Nicolás gingen an seiner Hand mit gedämpfter Unzufriedenheit auf ihren Mienen.

Manchmal drehte sich ein Passant um und lächelte.

Auch geschah es, daß irgendein Gassenjunge ihnen eine Hand voll trockenen Kotes nachwarf.

Carlos vergaß sich und wollte auf ihn eindringen. Herr Dr. Bürstenfeger aber drückte strafend seine Hand und sagte: „Karl, kümmere dich nicht darum!“

So gelangte man bis zum Zentrum; hier waren die Straßen sehr eng, das Pflaster zum Teil sehr holperig, überall roch es nach Gas, weil an der Leitung gearbeitet wurde. Große, beladene Karren fuhren unter fürchterlichem Getöse langsam und schwerfällig aneinander vorüber, die Tramways fuhren im Schritt, von Zeit zu Zeit zu kurzem Trab einsetzend, mußten aber wieder jäh bremsen; die kleinen abgehetzten Pampaspferde streckten sich in ihrer ganzen Länge, um den Wagen nochmal in Bewegung zu bringen, eines stürzte und lag da mit vor Ermattung geschlossenen Augen.

Aus den offenen Magazinen drang der Geruch von Teer, von getrocknetem Stockfisch. An einem Haustor stand ein Neger, einen Sack auf dem Kopf und keuchte.