Herr Dr. Bürstenfeger bahnte sich, Carlos und Nicolás an der Hand, einen Weg durchs Gedränge, schüttelte den Kopf und murmelte: „Schon über 30 Advokatenschilder in einer halben Stunde gezählt.“
Sie kamen bis zur Calle Florida. Dies war die Straße des eleganten Publikums und der schönen Läden.
Vor der Confiteria del Aguila stauten sich die Gecken. Elegante, schöne Frauen gingen vorüber. Equipagen fuhren langsam in langer Reihe.
Herr Dr. Bürstenfeger blieb plötzlich stehen und sah zu einem Haus empor. Auf dem Dache ragte eine Flasche, wohl über 8 Meter hoch. Die Flasche war aus Holz, und der Name eines bekannten Likörs stand schräg darauf in Riesenlettern.
„Amerikanismus!“ murmelte Herr Dr. Bürstenfeger und stampfte leise mit dem Fuß auf.
Ein paar Minuten später traten sie in den Schuhladen ein. Als sie wieder herauskamen, hatten Carlos und Nicolás strahlende Gesichter: jeder hielt einen eben geschenkten Luftballon in der Hand. Sie schauten abwechselnd zu ihnen hinauf und herab auf die neuen Schuhe, die sie trugen, und das erschwerte sehr das Gehen im Gedränge. In einem fort mußte Herr Dr. Bürstenfeger ermahnen.
Sowie sie aus dem ärgsten Gewühl heraus waren, zog Herr Dr. Bürstenfeger seine Uhr und sagte: „Jetzt steigen wir in eine Tram und machen unseren versprochenen Besuch bei der Familie Hanfstett.“
Der siebenjährige Alberto Hanfstett, ein bildschöner und verwöhnter Knabe, war ein Freund von Carlos und Nicolás. Auch seine Mutter hatten sie von Herzen gern, denn sie gab ihnen Kuchen und Bonbons, soviel sie nur wollten, und sie freuten sich jetzt darauf.
Seit vierzehn Tagen hatten sie auch dort einen Hauslehrer, einen gewissen Herrn Klausroth, der mit der Absicht, sich dem kaufmännischen Beruf zu widmen, nach Amerika gekommen war. Seine Anlagen aber waren rein pädagogische, und so hatte er sich zum Kaufmann ungeeignet erwiesen.
Herr Dr. Bürstenfeger war nur einmal flüchtig mit ihm zusammengekommen, und er sehnte sich, in nähere Beziehungen zu ihm zu treten.