Am nächsten Morgen vor dem Unterricht traten Carlos und Nicolás in sein Zimmer; das Fenster ging nach dem Garten.

Der General schlief noch, er trug ein elegantes, seidenes Nachthemd mit einer Brusttasche, in der ein Batisttaschentuch steckte. Die linke Hand lag auf der Bettdecke, sie war weiß, aber kräftig und gut gepflegt, die Nägel rosig und schön gestutzt.

Auf dem primitiven Waschtisch sah man ein Schlachtgewühl von Flakons. Es roch im Zimmer nach allen möglichen Essenzen. Auf dem Nachttisch stand eine offene Pomadenbüchse, in die drei Fliegen ihre Rüssel getaucht hielten. Daneben lag ein Revolver mit elfenbeinernem Griff und kleinen silbernen Initialen.

Auf der Erde lag offen seine Reisetasche aus indischem Strohgeflecht, in der ein Durcheinander herrschte.

Carlos und Nicolás schlichen auf den Fußzehen aus dem Zimmer, um den General nicht zu wecken; aber gleich nach der ersten Pause machten sie ihm wieder ihren Besuch. Er war eben erwacht, streckte seine Arme mit geschlossenen Fäusten in die Höhe und gähnte.

Die Knaben krochen zu ihm ins Bett und rupften ihm am Schnurrbart.

„Macht das eurem Schulmeister, verfluchte Bengels!“ rief der General. „Wollen wir wetten, ihr habt ihm noch nie einen Streich gespielt?!“

Herr Dr. Bürstenfeger saß unter dem Nußbaum und las Klopstock, er war ganz darin versunken.

„Habt ihr ihm denn noch keinen einzigen Streich gespielt?“ forschte der General.

Carlos und Nicolás schwiegen und sahen ihn mit großen Augen an.