Da der Tag zu heiß war, entschloß man sich, nachts zu reisen.

Man brach um 11 Uhr auf, bei herrlichem Mondschein, um mit beginnender Dämmerung anzukommen.

Die Pferde waren zahm und mager, und es war gesorgt worden, daß Herr Dr. Bürstenfeger das zahmste erhielt. Die Eltern, Tia Lolita und die übrigen ritten voraus. Carlos und Nicolás ritten neben ihrem Lehrer und waren beschäftigt, sein Tier anzutreiben, wenn sie traben wollten. Gewöhnlich aber ging es im Schritt, da der Weg zum größten Teil durch Urwälder führte. —

Die Kolonie Trinidad war von Urwäldern umgeben, nachts drang von dort das Geschrei der Brüllaffen herüber.

Der größte Teil der Einwohnerschaft bestand aus deutschen Bauern und Handwerkern, die beinahe alle eine zweifelhafte Vergangenheit hatten.

Sie waren zusammengewürfelt aus allen Teilen des Reiches, und man hörte sämtliche Dialekte nebeneinander.

Es lebten aber auch dort Leute aus anderen Gesellschaftsklassen: verbummelte deutsche Studenten, durchgefallene Mediziner, die sich um die Praxis rauften, verlotterte Richter und Advokaten. Sie nannten sich „alte Semester“ und berauschten sich nachts an billigem Schnaps; es wimmelte in Trinidad von Wirtshäusern. Des Tages aßen sie Orangen, Bananen und Mandioca, das kostete wenig.

Alle Einwohner lebten in Haß und Hader miteinander.

Ging Herr Dr. Bürstenfeger mit Carlos und Nicolás im Dorfe spazieren, widerhallten seine Ohren von böswilligem Klatsche.

Der Bäcker lauerte ihm auf und begeiferte den Schuster, der Schuster ging ihnen heimlich nach, und sobald Herr Dr. Bürstenfeger frei war, redete er schmählich über den Bäcker, der Tischler folgte und erzählte Ruchloses von der Frau des Bienenzüchters.