„Dazu habt Ihr gewiß einen auswärtigen Maler kommen lassen, Meister,“ meinte er, was der Bäcker schmunzelnd bejahte. Dabei schlug er auf seine geldgeschwollene Tasche, daß die Silber- und Goldmünzen darin Polka tanzten.
Am andern Morgen versprach der angebliche Schweidnitzer Bürger seine Arbeit zu beginnen.
Der Meister lag noch in den Federn, da hörte er es schon im Hofe klappern und krachen, splittern und sausen, daß er erschreckt seinen Schlafrock anzog und in den Hof ging, um zu sehen, was der Mann denn mit seinem Getöse treibe. Ein solches Krachen und Dröhnen hatte er bei den andern Holzhackern noch nicht vernommen. Aber mit weit offenem Munde blieb er in der Hoftür stehen und sah mit Entsetzen, wie der Holzmacher sein linkes Bein aus der Hüfte gezogen hatte und damit auf die Scheite einhackte, daß die Späne nur so flogen und sich ein Donnern und Poltern erhob, daß das ganze Haus in allen Fugen krachte.
Dem Bäcker wurde es angst und bange und er rief dem Fremden zu, er möge doch aufhören und sich fortscheren. Der aber tat, als hörte er es nicht und hieb immer unbarmherzig darauf los und ehe eine Viertelstunde verging, war das ganze Holz gespalten. Dann steckte er sein Bein wieder in die Hüfte, als ob nichts geschehen wäre, und begann alles gespaltene Holz zusammenzulesen und zu einer ungeheuren Hocke aufzuhäufen. Diese umschnürte er mit einem langen Seil, hob sie wie einen Spielball auf den Rücken und ging gleichgültig grüßend zum Tore hinaus.
Da stand nun der dicke Bäcker und schrie Angst und Wehe, ballte die Faust und stieß laute Verwünschungen hinter dem Abziehenden aus. Dieser Denkzettel hatte aber bei ihm gefruchtet. Er war seit jener Zeit wie umgewandelt, wurde mildherziger und entzog niemand mehr den verdienten Lohn. Zeigte sich aber hin und wieder einmal die alte Neigung, so mußte er stets an den merkwürdigen Holzhacker denken. Denn es war in ihm längst die Ahnung aufgegangen, daß ihm kein anderer als Rübezahl den Streich gespielt habe.
Dieser aber hatte seine Hocke vor dem Hause des armen Bauern abgesetzt, der höchst erstaunt war, als er plötzlich den Holzhaufen und noch dazu in zerkleinertem Zustande wiedersah. So hatte er sein Geld und Holz wieder. Er konnte sich auf lange Zeit eine warme Stube machen und seine Suppe dabei kochen; ja er gab sogar seinem armen Nachbarn noch einen Teil von dem reichlichen Holzvorrat.
10.
Das sonderbare Wirtshaus.
Auf der Straße durch das Gebirge zogen drei muntere Studenten. Aus voller Kehle und frischer Brust ließen sie das alte Studentenlied erschallen:
Ich lobe mir das Burschenleben,
Ein jeder lobt sich seinen Stand,