Der Fremde plauderte mit Hans noch eine Weile und fragte ihn zuletzt, was er sich wohl wünschen würde, wenn ihm seine Wünsche erfüllt werden sollten. Dem Burschen schwebte noch immer der Dukatenbeutel vor und so antwortete er hastig:
„I, so wollte ich, daß alles mein wäre, was mir heute auf dem Wege nach Hirschberg begegnete.“
Da brach der Herr in ein solch schallendes Gelächter aus, daß es die Berge im Widerhall zurückgaben, dann rief er:
„Sollst’s haben, Hans, sollst’s haben. Aber merke wohl: Wünsche nicht zu viel, sei genügsam!“
Hiermit war der Fremde verschwunden und nun stieg in Hans die Ahnung auf, mit wem er gesprochen hatte. Er wandte sich den Bergen zu, zog seinen Hut ab und rief:
„Danke schön, Herr Berggeist!“
Wieder erschallte von den Bergen her das Echo eines Gelächters. Hans setzte seinen Weg fort. Da fiel plötzlich etwas vor seinen Füßen nieder; er hob es auf — es war derselbe Beutel mit Dukaten, den er heute schon einmal gefunden hatte.
„Hurra,“ schrie Hans auf, „jetzt könnte ich eigentlich umkehren, für das viele Geld kann ich mir bequem ein kleines Ackergut kaufen.“
Auf einem Strauche saß ein Fink und sang sein Morgenlied nach der Melodie, welcher das Volk den Text unterlegt: „Reit zu Schitzkebier“; er setzte sich sogleich auf Hansens Schulter und blieb dort sitzen. Hans freute sich über den munteren Gesellen, denn er hatte alle Tiere lieb.
Aus einer Hecke kroch ein Kätzchen hervor, schmiegte sich schnurrend an seine Beine und ging ihm nach, während ein großer zottiger Hofhund ihn bellend umwedelte. Da kamen auf der Straße drei schwerbeladene Erntewagen herangefahren; auf der Höhe des letzten saßen die Schnitter und hielten auf einer Stange den Erntekranz, dessen bunte Bänder in der Luft flatterten.