Uebrigens, daß der Prinzenräuber das Rittergut Kauffungen wirklich besessen, zeigt sein Schein über den Interimsbesitz vor Schweikartshain. Außerdem besaß er Kahlenberg, Kohren, Eisenberg oder Isenburg in Böhmen, und nach einigen Geschichtsforschern die kleine Burg Streitwald bei Kohren.
Kurz vor dem Prinzenraube war er bei Friedrich V. von Schönburg zu Gaste; denn unter den Zeugen von dessen Contracte mit Elisabeth, Herrin von Gitschin kommt auch Kunz von Kauffungen auf Eysemberczie vor.[72]
Kunzens Söhne waren kurz vor dem Prinzenraube nach Böhmen gebracht worden, wo sie später in den Besitz des vom Vater erkauften Schlosses Isenburg kamen.[73]
Kunzens Vetter, Hans von Kauffungen und dessen Söhne: Haubold und Jost, wendeten sich kurze Zeit nach dem Prinzenraube ebenfalls aus den sächsischen Landen, und es bekannte Hans von Kauffungen, daß er seine Besitzungen, Wolkenburg und andere sich von dem Kurfürsten »geurlaubt« zugleich auch versprochen habe, für sich und seine Söhne nie wider den Kurfürsten zu handeln; eben so sagte er sich von aller Geldschuld los, die er etwa noch an den Kurfürsten zu fordern haben könnte. Dieß Versprechen bekräftigten Vater und Söhne Kauffungen durch einen Eid, und stellten darüber eine Urkunde den 7. Novbr. 1455 zu Grimma aus, im Beisein mehrerer hohen Beamten z. B. Hildebrands von Einsiedel und anderer Räthe. Ob ein Zusammenhang hinsichtlich der in der Urkunde berührten Thaten Kunzens auch mit diesem Kauffung stattgefunden, ist zweifelhaft und eher zu verneinen; daß der Kurfürst auch hierbei den Namen des Sanftmüthigen gerechtfertigt, und ob die Urkunde, und was sie bezeugt, so ganz das Ergebniß des freien Willens der Aussteller war, darüber ist ein Bedenken nicht zu entfernen.[74]
In Schlesien hat die Familie von Kauffungen, wie ein Denkmal an der Außenseite der Hauptkirche zu Goldberg[75] ausweist, noch im 17. Jahrhundert geblüht; doch dürfte dieß ein anderes Geschlecht sein, als das sächsische, da auch bei Hirschberg[76] ein (2 Stunden langes) Dorf Kauffungen[77] (mit 9 Rittergütern) liegt, so wie ein Flecken Kaufungen in Kurhessen[78], woher einige Geschichtsforscher das sächsische Geschlecht leiten wollen.
c.) des Köhlers Georg Schmidt Familie nach dem Prinzenraube.
Die Nachkommenschaft des Köhlers Georg Schmidt führte, was schon im Laufe der Geschichte des Prinzenraubes auseinander gesetzt worden ist, den Namen Triller. Mancher von dieser Familie gelangte zu großen Ehren, vorzüglich Caspar Triller, welcher eine mühsame Genealogie des Trillerischen Geschlechts schriftlich hinterließ, die er 1539 angefangen und bis 1612 fortgeführt hatte. Diese Schrift führt Triller in seinem sächsischen Prinzenraube an, indem er sie selbst aus den hinterlassenen Schriften Caspar Trillers hat. Er sagt: daß er in Sangerhausen, wo er in der St. Ullrichskirche begraben liegt, ansehnliche Vermächtnisse gestiftet habe, unter andern hätte er den Trillerschen Tisch im Convict auf der Universität zu Leipzig gestiftet, auch wäre er mit seinem Bruder Michael am 28. Jan. 1592 vom Kaiser Rudolph in den Adelstand, mit Schild und Helm versehen, erhoben worden.
Das von Trillersche Wappen ist noch bekannt und ist mit folgenden Insignien geschmückt:
Ueber dem Helm zeigt sich der halbe Leib eines Köhlers, welcher mit beiden Händen einen Schürbaum[79] hält, als wolle er mit selbigem zuschlagen. Im Wappenschilde selbst sieht man im linken Felde einen gelben Löwen, der in seinen Branken einen Zschörper, oder großes Kohlenmesser hält. Im rechten Felde aber erscheint ein goldfarbner Löwe, welcher einen doppelt gekrümmten Schürhaken[80] in seinen Branken hat und in einem untern Felde ist ein schwarzer Bär, der auf den Traum deutet, welchen die Kurfürstin vor dem Prinzenraube hatte.[81]
Die Familie ist jetzt sehr ausgebreitet, sie schreiben sich sowohl von Triller, als auch blos Triller. – Schreiter a. a. O. erwähnt einen Johann Samuel Triller, Tuchmachermeister und Bürger in Saalfeld, welcher im Jahre 1803, als ältestes Mitglied der Familie, männlicher Linie, das Gnadenkorn aus dem Rentamte Zwickau zu erheben hatte. Dieses Gnadenkorn bezieht gegenwärtig, wie schon oben einmal gedacht worden ist, der Herr Pastor Triller zu Nägelstädt bei Langensalza in Thüringen.