So wurde das Haus Sachsen in die ernestinische und albertinische Linie getheilt, wodurch sie nun die Stammväter der beiden noch jetzt bestehenden Linien wurden.

Allein die Kurwürde kam 62 Jahre später durch die Gefangennehmung des unglücklichen Kurfürsten Johann Friedrich d. Großmüthigen den 24. April 1547 in der Schlacht bei Mühlberg von Kaiser Karl V. an die jüngere, albertinische Linie, indem er seiner Würden und Länder gänzlich entsetzt wurde, und sein Vetter, Herzog Moritz, der jüngern Linie angehörig, vom Kaiser solche erhielt.

Bei dieser Linie blieb die Kurwürde bis zum 11. Decbr. 1806, wo der damalige Kurfürst Friedrich August III. sie mit einer Königswürde vertauschte.

Kurfürst Ernst starb den 26. August 1486 in Kolditz und wurde im Dome zu Meißen begraben. – Vermählt war er mit der Tochter des Herzogs Albrecht II. v. Baiern und zeugte mit dieser sechs Kinder, als vier Prinzen Namens: Friedrich der Weise, Albrecht, Ernst und Johann der Beständige und zwei Prinzessinnen Namens: Christiane und Margarethe.

Sein Sohn Albrecht ward im Jahre 1482 zum Erzbischof v. Mainz gewählt, starb zwei Jahre darauf in einem Alter von 20 Jahren; Ernst ward Erzbischof von Magdeburg und Bischof von Halberstadt; Friedrich erhielt nach dem Tode seines Vaters die Kurwürde, als ältester Sohn; und Johann folgte Friedrichen nach dessen Tode auf dem Throne. Von den beiden Prinzessinnen wurde die älteste an den König Johann von Dänemark, die jüngste an den Herzog von Braunschweig vermählt. – Herzog Albrecht indessen, der den Beinamen, der Beherzte, erhielt, starb den 12. Septbr. 1500 im 58. Jahre seines Alters zu Emden und wurde ebenfalls im Dome zu Meißen beigesetzt. – Vermählt war er mit der böhmischen Prinzessin Sidonia, Tochter Georg Podiebrads, König von Böhmen. Mit dieser zeugte er vier Kinder, eine Prinzessin und drei Prinzen Namens: Georg der Bärtige, Heinrich der Fromme und Friedrich; von denen die beiden ersten ihrem Vater hintereinander in der Regierung folgten; Friedrich aber zum Hochmeister des deutschen Ordens gewählt, starb im Jahr 1510 zu Rochlitz.

b.
) des Ritters Kunz von Kauffungen Familie,
vor und nach dem Prinzenraube.

Das adeliche Geschlecht derer von Kaufungen findet man in der sächsischen Geschichte seit 1283[70], wo Heinrich von Coufungen als ein Dominus vorkommt, dessen Söhne: Tunzold und Heinrich, sehr das Kloster Buchau bei Leisnig plagten.

Ihr Stammschloß war Kauffungen, ein Rittergut im Königreich Sachsen, im Leipziger Kreisdirectionsbezirke im Amte Borna, entfernt vom Amtsbezirke, mitten im Schönburgischen, auf der rechten Seite der Mulde, Wolkenburg gegenüber, 1½ Stunde südlich von Penig entfernt gelegen.

Tunzold von Coufungen (der Obige) ein Ritter, aber doch nur des Unarc von Waldenburg Castrensis, verkaufte 1298 an jenes Kloster Nauenhain bei Geithain.

1357 schrieben sich Kunz und Heinrich von Kauffungen auch Herren zu Waldenburg und mögen diese Herrschaften wohl unterpfändlich besessen haben. – Dietrich von Kauffungen auf Brane (Mittelfrohna?) war 1357 einer der vornehmsten Zeugen bei dem vom Chemnitzer Kloster geschlossenen Kauf der Herrschaft Rabenstein; auch erscheint 1411 Jost von Kauffungen als Schiedsrichter zwischen dem Kloster Remsa und den Dynasten von Schönburg. In Remsa ruhen auch noch mehrere Kauffungen z. E. obiger Tunzold, der es mit 400 Fl. dotirte, wofür es 9 Scheffel Zins vom Glauchauer Stadtrath erkaufte. 1444 stiftete, Erich, Dietrich und Hanns v. Kauffungen eine Vicarie beim Remser Magdalene-Altar, welche der Abt von Bürgel zu conferiren bekam, die aber 1469 vom Naumburger Bischof zur Georgenkirche im Dorfe Remse geschlagen wurde. 1493 verkaufte Jobst von Kauffungen einige Güter an die Anna von Schönburg. Das Geschlecht besaß auch Kirschbaum (ohne Zweifel im bair. Voigtl.) und starb nicht schon mit dem Prinzenräuber in Sachsen aus, sondern erst 1585 mit Haubold von Kauffungen zu Chemnitz. Des Prinzenräubers Verwandte galten alle für Ritter von ächtem Schrot und Korne. Kunzens Gemahlin war eine geborne Anna von Einsiedel, Schwester Hildebrands von Einsiedel, der Hofmarschall des Kurfürsten Friedrich d. Sanftmüthigen war. Sein Bruder Dietrich von Kauffungen, war ein angesehener Ritter im Osterlande, seiner Mutter Bruder war Caspar von Schönberg, Bischof von Meißen. Kunzens Schwester heirathete einen aus dem Geschlechte derer von Schleinitz, dessen Sohn hieß Hugold oder Haubold von Schleinitz,[71] und die Herrn von Schönberg auf Sachsenburg Frankenberg waren seine nächsten Vettern.