Nachschrift. Gelingt es den ehrerbietig ausgesprochenen Bitten der thätigen Leitern dieses Baues, so dürfte das Wohnzimmer des Köhlers mit Copien von Gemälden[105] geschmückt werden, welche einzelne Ereignisse dieser Zeit darstellen, vielleicht mit den Copien von den Portraits des Köhlers Schmidt, des Kunz von Kauffungen und a. welche sich in dem Besitze eines erlauchten Fürstenhauses befinden.« –

Nachstehende Rede (verfaßt von dem Herrn Pastor M. Richter zu Grünhain) wurde am 27. Septbr. 1838 bei der Hebung des Köhlerhauses gesprochen:

»Ein frohes Gefühl ergreift mich, daß ich als Baumeister dieses Wächterhauses, Ihnen allen geehrte Anwesende, die gewiß meine Freude theilen, den aufgerichteten Giebel zeigen, sein fest zusammengefügtes Gebälk, über welches bald das schützende Dach sich breiten wird, beschauen lassen kann. Sehen wir doch jetzt schon im Geiste den treuen Wächter der Quellen, den Köhler, hier, als aus seiner Wohnung aus- und eingehen, eine graue Vergangenheit taucht vor unseren Blicken wieder auf und wir Glücklichen schauen freudig hinein, weil mit dem Ereignisse, dessen heilige Erinnerung hier bewacht werden soll, eine gesegnete Zeit für uns begann, den Wohlstand unsers theuern Vaterlandes unter dem milden Scepter aller derer, welche in Albrecht ihren Ahnherrn verehren, immer herrlicher und herrlicher erblüthe. Ja, gewiß! wie diese Quelle hier, seit Menschen sie sahen, nie versiegt ist, so fließet auch heute noch die reiche Quelle des Segens von dem Throne, da unser hochverehrter König, der Wächter unsers Wohlstandes ist – und trägt Glück und Friede in Hütten und Palläste. Ich muß es Ihnen gestehen, wenn ich so zurichtete das Gebälk, und neben mir im geschäftigen Fleiße die Maurer Stein auf Stein fügen sah, da nahm der Gedanke mein ganzes Herz ein; eine große Familie will eine schöne Erinnerung nicht untergehen lassen, ein sichtbares Zeichen der dankbaren Liebe will sie aufrichten, welches der Nachwelt erzählen soll, daß sie empfangene Liebe zu schätzen wußte, sie sammelt sich, freudig dankend, um diejenigen, welche jetzt Vater und Mutter dieser großen Familie sind und rufen Ihnen von den Bergen zu: lebet hoch! –

Allen den erlauchten Verwandten dieses Vaters und dieser Mutter: sie leben hoch!

Derjenige, welcher jetzt unter fremden Scepter glücklich wohnend auch mit bauen wollte die Hütte, weil sein dankbares Herz es ihm gebot, der aus weiter Ferne seine Gaben sendete, er lebe hoch![106]

Die als die Bauherren den Grundstein legten, sie leben hoch!

Den künftigen Bewohnern dieser Hütte schenke Gott glückliche Tage und nehme sie, wie diese Hütte, in seinen besondern gnädigen Schutz!« –

Sobald nun das Haus gehoben war, schritt der Bau bald vorwärts, durch die Bauunternehmer,[107] so daß es noch vor dem Winter bewohnbar hergestellt werden konnte. Der 1ste November 1838 wurde der Tag des Einzuges einer zwar armen aber ganz rechtlichen Bergmannsfamilie[108] aus Raschau, die also noch vor dem strengen anhaltenden Winter ein sicheres Obdach erhielt. Den 9. November 1838 wurde von der hohen Kreisdirection die Schankconzession, doch mit der Beschränkung nur anständige Gesellschaft dort zu dulden, ertheilt.

So wurde denn diese Stelle ein Ort, wo man nur gerne weilt und dabei sich als ein Punkt auszeichnet, der schon von der Natur durch das grüne Oswaldsthal in dem der Oswaldsbach von Waschleute nach Wildenau fließt, geschmückt ist, was man von dem Köhlerhause herab sehen kann, und dem gegenüber die Säulen des Fichtelgebirges sich majestätisch erheben, der aber auch durch die Ansicht der Berggebäude Gottesgeschick und Graul so wie der Ruinen der Oswaldskirche vieles malerische erhält. Der Fremdling wie der Einheimische wird hiervon angezogen und danket noch immer der Vorsehung für die Erhaltung des sächsischen Regentenhauses! –

Das Haus nimmt einen Flächeninhalt von 5 □ Rth. ein und ist ungefähr 60 Ellen seitwärts vom Monumente entfernt. Auch ist den Bewohnern desselben ein 224 □ Rth. großes Stück Waldboden zugewiesen worden, wovon 189 □ Rth. als Feld und 65 □ Rth. als Wiese benutzt werden kann. Das Feldstück liegt südöstlich von dem Köhlerhause, das Wiesenstück aber unmittelbar unter dem Hause.