Im Frühjahr 1839 wurde das Köhlerhaus vollends aufgebaut, daher erfreute sich solches schon im Laufe des ganzen Sommers 1839 eines ungetheilten Beifalls und zahlreichem Besuche, was das dort befindliche Fremdenbuch hinlänglich bescheiniget.

Der 8. Juli 1839, Jahrestag der Befreiung des Prinzen Albrecht, wurde diesmal als der Tag der Einweihung des Köhlerhauses feierlich begangen, was man aus dem No. 29. des Erzgebirgischen Voigtländischen Kreisblattes vom 16. Juli 1839 pag. 216. befindlichen Aufsatze schließen kann. Dessen Inhalt war folgender:

» Fürstenberg bei Grünhain, am 8. Juli 1839. – Das durch Beschädigungen sonst vielfach verunstaltete aber immer wieder hergestellte hiesige Denkmal zur Erinnerung an die Befreiung des Prinzen Albrechts von Sachsen am 8. Juli 1455 hat endlich nun nebst der dasselbe umgebenden Waldung einen bleibenden Schutz durch das hier neu erbaute Köhlerhaus, in welchem dessen Wächter wohnt, gefunden. –

Recht erfreulich ist es dabei, daß viele noch gegenwärtig das Unternehmen, hier eine bewohnbare an den entschlossenen Befreier, den Köhler Schmidt, nachher Triller genannt, erinnernde Köhlerhütte herzustellen freiwillig unterstützen. So hat Herr Buchbinder Buchner in Schneeberg zum gestrigen Tage ein recht geschmackvoll gefertigtes Fremdenbuch diesem Orte unentgeldlich gewidmet und vorzüglich Herr Kaufmann Gottschald in Scheibenberg den neuen Wächter daselbst, dem seine erste Einrichtung manchen wesentlichen Aufwand verursachte, der zur Zeit noch seine Mittel übersteigen mußte, namhaft dabei unterstützt. Auch gestern, wo ein heiterer Sommertag der ganzen, jedem Sachsen heilige Stätte ein recht freundliches Aeußere verlieh, sind wieder freiwillige Beiträge zu diesem Unternehmen gesteuert worden. Die Aufforderungen, welche hierzu neuerlich in den öffentlichen Blättern besonders durch den für alle gemeinnützige Gegenstände mit vielem und beharrlichem Eifer erfüllten Herrn Pastor M. Richter in Grünhain[109] erfolgt sind, lassen daher wohl noch manche weitere Unterstützung erwarten. Sollte es hierdurch mit der Zeit gelingen, daß die im Innern des Köhlerhauses angebrachten Räume zur geselligen Aufnahme die jetzt noch entbehrenden Oefen[110] erhielten, – eine in der hiesigen ziemlich rauhen Gegend ganz nothwendige Zimmerausschmückung, – so läßt es sich wohl erwarten, daß dieser historisch reich und von der Natur sehr freundlich ausgeschmückte Punkt dereinst zu jeder Jahreszeit von Fremden wie Einheimischen zahlreich besucht werden wird.

Bei dem Festmahle am gestrigen Tage zeichneten sich vorzüglich die in dichterischer Form recht gelungen angebrachten Toaste des Herrn Oberzollinspectors Frege in Annaberg, Herrn Kammerath Reiche-Eisenstuck von dort und des Herrn Pastors Behr zu Schwarzenberg aus. Dem Schlusse des Tages war ein Concert im Freien gewidmet und gegen Abend ein Feuerwerk, wobei zuletzt eine Opferflamme, auf der Spitze des pyramidenförmig gebauten Denkmales angebracht, die allgemeine Liebe der Sachsen an ihr hochverehrtes Regentenhaus verkündete.« –

Nähere Beschreibung des Köhlerhauses.

(Dazu Abbildung No. 3.)

Zuerst gelangt man (s. Abbildung B. ) auf 3 steinernen Stufen ( a ) in die 13½° lange und 3½° breite mit Steinplatten gepflasterte Hausflur ( b ). Von der Hausflur rechts kommt man hiernächst in das große Gesellschaftszimmer ( c ), welches 13½° lang und 9° breit ist. Auch befindet sich in selbigem an der Hausflurseite ein gußeiserner Etagenofen ( d ). Verläßt man dieses Zimmer und wendet sich in der Hausflur links, so gelangt man in die 6° lange und 5½° breite Wohnstube des Wächters ( e ) in der sich ein Plattenofen ( f ) befindet. Von hieraus führt eine Thüre in die 6° lange und 3½° breite Stubenkammer ( g ) worin sich auf der hinteren Seite eine Erhöhung ( h ) durch den Kellerhals hervorgebracht, befindet, zu der eine 3 Stufen hohe Treppe führt ( i ). Geht man sodann in die Hausflur zurück, so kommt man auf der linken Seite, in die 3¾° lange und 2½° breite Küche ( k ). In derselben steht ein gemauerter Heerd ( l ) mit eingesetzter Bratröhre ( m ). Ferner führt von der Hausflur aus links durch eine Doppelthüre auf einer Treppe ( n ) (s. Abbildung A. a. ) von 11 steinern Stufen in den 9° langen und 4° breite einfach gewölbten (s. Abbildung A. b. ) Keller ( Ac. ) ( o ). Kommt man wieder hinauf aus dem Keller zurück, so gelangt man durch zwei Thüren in die Privets ( p ). In die Etage ( C. ) gelangt man durch eine mit Geländern versehene 13 Stufen hohe hölzerne Treppe ( q ). Durch die Treppe (s. Abbild. C. ) ( a ) kommt man auf einen kleinen Vorboden. ( b ) Auf diesem befindet sich ein Dachfenster. ( c ) Dem gegenüber in das 8¾° lange und 5½° breite kleine Gesellschaftszimmer ( d ), in welchem ein kleiner gußeiserner sogenannter Kanonenofen ( e ) sich befindet. Verläßt man dieses Zimmer so kommt man rechts von obengenannten Vorboden in die Schlafkammer des Wächters ( f ), sie ist 16° lang und 6½° breit, auch geht hier die Esse ( g ) zum Dache hinaus. Dieser Kammer gegenüber, mithin links des Vorbodens ist eine zweite ebenfalls so lange und breite Kammer ( i ) als die Vorige. Von dieser Kammer aus führt eine hölzerne 9 Stufen hohe Treppe ( k ) auf den Oberboden.[111]

Der Stall (s. Abbild. A. d. ) befindet sich im Erdgeschoß und ist 12° lang und 9° breit. Uebrigens ist er zu 8 Pferden, mit 3 Standbäumen ( e. f. g. ) und einer Krippe ( i ) versehen. Am östlichen Ende befindet sich ein Kuhstand. ( h ) –

Die Kosten des Baues betrugen, alles gerechnet, über 1000 Thlr. Baumeister waren der Zimmermeister Friedrich Rau in Schwarzenberg und der Mauermeister Karl Hübschmann in Grünstädtel. –[112]