Da der Kurfürst gewiß beschlossen hat, morgen Sonntags nach der Frühmesse nach Leipzig zu fahren mit den meisten Hofleuten, auch auf den Montag Abend der Kanzler ein Gastmahl in seinem Hause ausrichten wird, wobei denn viele Hofleute sein mögen, da nun auch auf dem Schlosse um diese Zeit der alte Asmus allein den Trabantendienst hat, der zuerst eingeschläfert werden muß, da endlich auch der Pförtner bettlägerig ist, so kann ich Euch dies alles nicht bergen, und meiner angelobten Treue gemäß Euch zu dienen, und nun Euern Veranstaltungen gewärtig zu sein. Darnach Ihr Euch zu richten habt. Datum Altenburg am Sonnabend nach Mariä Heimsuchung. Anno 1455.

Hans Schwalbe.

[15] s. Brauns monatl. Auszug der Gesch. v. Sachsen. Th. IV. pag. 486. Die Leiter hatte Schwalbe befestiget, doch waren es nicht eigentliche Strickleitern, wie die noch jetzt zu Freiberg befindlichen Stücke davon zeigen. Man sehe auch das Manifest bei Weck a. a. O.[16] Nach einer Handschrift, welche M. Joh. Tauchnitz 1633, der als Pfarrer in Morstab bei Altenburg starb, hinterlassen hat.[17] s. Albinus a. a. O. pag. 267 und die sächs. Provinzialblätter 1801, im Januar Stück 82.[18] Die Namen derselben befinden sich, in einer Beilage zu dem Manifest. Bei Weck a. a. O. pag. 172.[19] Dieser Wald ist jetzt noch 2 Stunden lang und 1 Stunde breit.[20] Ehe er dorthin kam mußte er die Mulde passiren, allenfalls bei einem Furt durch die Mulde setzen, welches bei mittelmäßigem Wasser angeht, wäre aber dieß damals nicht möglich gewesen, so mußte er die Wolkenburger Brücke passiren. Nun besaß er aber das nahe bei Wolkenburg über der Mulde gelegene Schloß und Rittergut Kauffung, sein Stammhaus, wo er sich bisweilen um die Zeit seiner Streitigkeiten mit dem Kurfürsten muß aufgehalten haben, weil er seinen Revers an den Kurfürsten mit folgenden Worten anfängt:

Ich Kunz von Kauffungen zu Kauffungen gesessen.

[21] s. Schreiter, a. a. O. pag. 256. ff.[22] Nämlich am Fürstenberg, ein Berg im Zwickauer Kreisdirektionsbezirk, im Amte Grünhain ¾ Stunde von Grünhain und ¾ Stunde von Raschau, im Schneeberger Bergamtsrevier gelegen. Diesen Namen führt er erst seit dem Prinzenraube, indem er früher » Schmiedewald « hieß. Man findet hier sehr viele alte Meilerstätten, vorzügl. rechts bei dem jetzt errichteten Monumente hin, auch oberhalb des Denkmals bei dem Marmor- und Kalkbruche, die mit Moos und Erde schon überzogen sind, wozu Jahrhunderte gehören. – Nach Schumanns Staats-, Post- und Zeitungslexikon. Band 15. pag. 976. käme der Name Fürstenberg, nicht von der Befreiung des Prinzen her, sondern von First ( Hochberg ) allein blos der untere Theil des Berges heißt hier Fürstenberg, nicht auch die höchste Spitze desselben oben in der Nähe bei Grünhain, die Spiegelwald genannt wird. Er verwechselt daher offenbar diesen Berg mit dem bei Schneeberg, und es ist erwiesen, daß dieser erstere früher Schmiedewald hieß. (s. Anmerkg. 32.)

Am Fürstenberge befinden sich mehrere Bergwerksgruben, so rechts von der Quelle die Fürstenberger Fundgrube, welche auf Eisenstein baut. Ferner links von der Quelle nach dem Dorfe Haide zu Himmlisch Heer und dann der Frischglückstolln. Nach Gottesgeschick zu auf der Wiese liegt der Mohrenstolln. Der schon oben erwähnte Marmorbruch befindet sich über dem Denkmale, auf der Spitze des Fürstenberges. Besitzer ist dermalen der Herr Erbrichter Stölzel zu Oberscheibe. Dieser Marmor zeichnet sich vorzüglich wegen seiner Festigkeit und Weiße aus. Da man aber immer nicht den gehörigen Gebrauch davon gemacht hat, so ist er jetzt sehr schwer zu gewinnen, und wird zu Kalk verbrannt. Nicht weit davon ist Kieselshoffnung, wo man Kupferkies gewinnt.

[23] s. Spangenbergs Mansfelder Chronik 559.

Albinus a. a. O. 269.

Fabric. Origg. Saxon. liber. 7.

[24] s. Oesfelds Landchronik. 2. Th. 65.[25] In Adam Daniel Richters Annaberger Chronik. 1746. 1. Th. 1. St. pag. 6. steht folgendes geschrieben: » Es ist ein geschickter, kunstreicher Mann gewesen, mit Namens, Peter Rosenkrantz, in das Kloster Grünhain gehörig, welcher noch am Leben gewesen, als der Schneeberg (1471.) aufkommen. Dieser Rosenkrantz und Kuntz von Kauffungen sind stets beisammen gewesen, und als Kuntz von Kauffungen die jungen Fürsten von dem Schlosse Altenburg wollen wegstehlen, hat ihn Rosenkrantz sehr gewehret, er sollte es nicht thun, es würde ihm Leib und Leben kosten. Welches auch hernach geschehen ist. « –[26] Kam erst 1459 zu Sachsen, indem Georg Podiebrad, König von Böhmen, seiner Tochter Sidonia die Herrschaft Schwarzenberg als Morgengabe bei ihrer Vermählung mit dem Herzog Albrecht (derselbe, den Kunz von Kauffungen geraubt hatte) mitgab. Schwarzenberg wurde damals Schwarzenburg genannt. s. Lunigs deutsches Reichsarchiv. Part. spec. cont. I. B. 6. Der ersten Contin. 1. Forsetz. pag. 232. s. a. Richter a. a. O. pag. 28. –[27] Grünhain ist eine kleine Bergstadt im Königreich Sachsen im Kreisdirektionsbezirk Zwickau, im Amte Grünhain, an der Chaussée nach Chemnitz gelegen. Sie ist offen, amtsässig und der Sitz des Amtes Grünhain. 153 Häuser mit 1389 Einwohner (1839) enthaltend. Die Stadt liegt untern 30° 28′ der Länge und 50° 34½′ bis 35′ der Breite. 1⅛ St. NNOlich von Schwarzenberg, 1 St. von Elterlein und 3 St. von Annaberg; östlich 2¼ Stunde von Scheibenberg, 2 St. von Schlettau und 3 St. von Geier; 1 St. südlich von Zwönitz; 1½ St. SOlich von Lößnitz; 1½ St. von Aue und 3 St. von Schneeberg OSOlich, gegen 2000 par. Fuß über dem Meere. – Wo dermalen das Amthaus mit seinem sogenannten Klostergarten steht, stand früher ein Cistercienser Kloster, welches 1142 (nach Weinarts weiter unten angeführten Schrift: um das Jahr 1170, indem es in diesem Jahre mit Cistercienser Mönchen, aus dem Kloster Sittichenbach, und dieses 1141 aus dem Kloster Walkenreden besetzet worden sei), nach Andern 1236 gegründet und 1536 wieder aufgehoben wurde. Von den Aebten des Grünhainer Klosters sind nur noch folgende bekannt: Abt Nicolaus 1443, Liborius 1456, Johann Funk ( Johannes ) 1475, Paul Morgenstern von Zwickau, Gregorius Küttner 1517, Johannes ( Göpfert ) der letzte Abt 1533, wurde dann 1536 lutherisch, heirathete und zog nach Schlettau. s. Oesfeld historische Beschreibung von Lößnitz (1777) II. pag. 65–76. – Erb- und Lehnbrief Ottocari, Königs von Böhmen, an das Kloster Grünhain v. Jahre 1261 (in den unschuldigen Nachrichten, 1725, pag. 529.) – Summarischer Extract eines diplomatischen Manuscripts vom Kloster Grünhain (s. Horn's Handbibliothek II. pag. 304–19.) – Beschreibung von Grünhain vom Pastor Schreiter in Elterlein (s. Erzgebirg. Boten. 1808. pag. 218–24.) – M. Freibergs gelehrte Grünhain. Dresden 1737. 4. 2. Bogen. – Altes aus allen Theilen der Geschichte C. I. pag. 415. – Schoettgen et Kreyssig diplomat. II. No. 17. – Tobias Schmied in Chron. Cygnea Part. I. Cap. 4. pag. 18 u. 19. – Ecksterm. in Chron. Walkenred. pag. 48. – Schmied dict. Chron. Part. poster. in Annal. 1429. pag. 189. Weinarts Rechte u. Gewohnheiten der beiden Markgrafthümer Ober- und Niederlausitz. Leipzig; 1793. 1. Th. pag. 512. – Richter a. a. O. 1. Th. 1. Stück 1746. pag. 6. u. dessen 2. Th. 1. Stück. 1748. pag. 33. – Schumann a. a. O. 3. Band. pag. 602–610. u. 16. Band, pag. 561–575. –[28] Nach Albinus a. a. O.; Groschupf ( Oratio degentis Trillerianae ortu, progressu et insignibus ) und nach Dr. Daniel Wilhelm Trillers, sächsischer Prinzenraub, hat Prinz Albrecht sich gestellt als habe er einen so heftigen Hunger und Durst, daß er erst selbigen stillen müsse, ehe er weiter reiten könne.[29] s. Tenzels curieuse Bibliothek. 2. Repositor. 744. – Richters, Chemnitzer Chronik. 2. Th. 1. Stück pag. 34. –[30] Der Kurfürst ließ sie auf seine Kosten umgießen und die ganze Darstellung des Prinzenraubes nebst des Köhlers Bildniß darauf prägen. Allein sie sprang 1530 abermals und wurde 9 Jahre nachher eingeschmolzen. –[31] Nach Albinus a. a. O. war es nur ein Vorwand, indem der Prinz schon die Köhler von weiten gesehen hätte. –[32] Wahrscheinlich sagt Schreiter a. a. O.: brannten sie die Kohlen für die Schmiede in Geier und wurden von ihnen mit Brod ausgelohnt. Auf diese Vermuthung bringt mich Oesfeld, welcher im Schömburgischen Kalender vom Jahre 1798 schreibt: »Zur Auflösung dieses Zweifels verhilft mir ein Kaufbrief über den der hiesigen Kirche und Hospital zu Lößnitz gehörenden Grünwald, daß derselbe an den Schmiedewald grenze. Der Name des Schmiedewaldes rührt von den Geierschen Schmieden her, welche das Holz darauf gekauft und zu Kohlen haben brennen lassen. Da Geier eine alte Bergstadt ist, (erbaut im Jahre 1395. Richters Annaberger Chronik. Th. 1. pag. 8.) welche eher als die umliegenden Orte gestanden hat: so muß auch das Handwerk der Schmiede dort zahlreich und wohlhabend gewesen sein, dazu die Bergschmiede anbei viel müssen beigetragen haben. Da sie nun auf dem Schmiedewalde in einer Entfernung von 3 Stunden haben kohlen lassen; so ist es wahrscheinlich, daß sie auch solches auf dem Fürstenberge haben thun lassen können. (Der Fürstenberg hieß früher Schmiedewald.) Nimmt man nun an, daß dieses geschehen sei, so läßet es sich erklären, daß sie auch die Köhler mit Brod versorgt haben, folglich der Bruderssohn des Georg Schmidts in Geier und nicht in Grünhain das Brod hat holen lassen.« –