Die englische Flotte war in 3 Geschwader geteilt: Vorhut Admiral Prinz Ruprecht, Mitte Herzog von York mit Admiral Sir William Penn als captain of the fleet, Nachhut Admiral Montagu, Earl of Sandwich; hierzu traten die 3 Vizeadmirale, unter ihnen Lawson beim Zentrum, und die 3 Kontreadmirale der Geschwader.

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Die holländische Flotte war in 7 Geschwader geteilt, geführt von: Wassenaer, den Leutnantadmiralen Johann Evertsen (Seeland), Cortenaer (Maas), Stellingwerff (Friesland) und den Vizeadmiralen Tromp, Cornelis Evertsen jun., Schram; hierzu traten weitere 10 Flaggoffiziere und 4 als solche diensttuende als Vize- und Kontreadmirale der Geschwader. (Die Leutnantadmirale Ruyter (Amsterdam) und Meppel (Norderquartier) waren zurzeit zusammen abwesend auf dem Zuge nach Afrika und Westindien.) — Es wehten mithin in der ersten Schlacht 9 englische und 21 holländische Admiralsflaggen.

Herzog von York.

Der Herzog von York, 1633 als zweiter Sohn Karls I. geboren, war von Jugend auf als Seemann erzogen. Er floh 1648 nach den Niederlanden und nach seines Vaters Hinrichtung nach Frankreich. 1660 wurde er von Karl II. zum Lordhighadmiral ernannt, mußte aber als Katholik 1673 das Amt niederlegen. 1685 bestieg er als Jakob II. den Thron. Als Großadmiral und als König tat er viel für die Marine.

Prinz Ruprecht von der Pfalz (engl. Prince Rupert), 1619 als Sohn des Kurfürsten Friedrich V. (des Winterkönigs) geboren, focht im Dreißigjährigen Kriege auf protestantischer Seite. Im englischen Revolutionskriege diente er als Reiterführer und später zur See als Parteigänger der Royalisten. 1666 führte er mit Monck die englische Flotte, 1673 war er erster Lord der Admiralität, er starb 1682. Er war ein tüchtiger Seeoffizier, aber doch nicht von der peinlichen Pflichttreue wie die Generale der Cromwellschen Schule; zu sehr Kavalier.

Cornelis Tromp, 1629 als Sohn Martin Tromps geboren, wurde bald nach der Schlacht bei Lowestoft an Stelle des gefallenen Cortenaer Leutnantadmiral. 1675 wurde er von Karl II. zum Baronet und 1676 vom König von Dänemark zum Grafen erhoben; 1677 folgte er Ruyter in der Stellung als Leutnantadmiral von Holland und Westfriesland. Er zeichnete sich in den Kriegen gegen England und Frankreich sowie im dänisch-schwedischen Kriege 1675–1679 in dänischem Dienste aus. Mutiger und tüchtiger Seeoffizier und beliebt bei den Untergebenen, jedoch unvorsichtig, eigenmächtig und ehrgeizig. Biographie: „Vie de Tromp“.

Die englische Flotte ging am 1. Mai zuerst in See, infolge alarmierender Gerüchte über die Bewegungen des Feindes, obgleich sie noch nicht vollzählig bemannt und auch nur notdürftig mit Proviant usw. ausgerüstet war. York beabsichtigte, den Feind in dessen eigenen Gewässern zum Kampf zu stellen, vor allem die Vereinigung der Flottenabteilungen, die in der Maas-Scheldemündung zusammentraten, mit den bei Texel versammelten zu verhindern; außerdem hoffte er, heimkehrende Kauffahrer und das zurückerwartete Geschwader Ruyters abfangen zu können. Er blockierte etwa 14 Tage lang die feindlichen Küsten, wurde dann aber durch Proviantmangel und durch einen schweren Sturm, in dem die Schiffe sehr litten, gezwungen, am 19. Mai nach England zurückzugehen.