1684 griff Ludwig XIV. Genua an. Die Stadt hielt zu Österreich und Spanien, baute um diese Zeit Galeren für letztgenannten Staat und hatte auch Kriegsmaterial an die Barbaresken verkauft. Ludwig verbot die Lieferung der Galeren unter Androhung schwerster Züchtigung. Genua lehnte ab, stand aber ohne jede Unterstützung da, als Spanien 1684 (Regensburg) mit Frankreich einen Waffenstillstand abgeschlossen hatte.
Nun wurde du Quesne mit einer Flotte — 13 Linienschiffe, 2 Brander, 20 Galeren, 10 Mörserboote — gegen die Stadt gesandt; de Seignelay schiffte sich selbst mit ein. Die Flotte erschien am 17. Mai vor Genua und begann am 18. die Beschießung, nachdem die harten und demütigenden Friedensbedingungen abgelehnt waren; die Stellung der Mörserboote war dieselbe wie vor Algier. Vom 18.–22. und am 24. warf man 4000 Bomben; am letzten Tage wurde eine Scheinlandung im Osten, eine ernsthafte (2500 Mann) im Westen der Stadt unternommen und die Vorstadt San Pier d'Arena verbrannt. Die Stadt hatte durch das Bombardement schwer gelitten, doch waren die Franzosen nicht imstande, sie einzunehmen. Infolge Androhung einer neuen Beschießung unterwarf sich Genua aber doch 1685 den durch Vermittlung des Papstes etwas gemilderten Friedensbedingungen: man lieferte die streitigen Galeren an Frankreich aus und der Doge mußte mit einer Abordnung der edelsten Geschlechter in Paris um Verzeihung bitten.
Es war dies die letzte größere Tätigkeit du Quesnes; er zog sich bald ins Privatleben zurück und starb 1688. Als Höchstkommandierender im Mittelmeer folgte ihm Tourville, der sich auch vor Genua wieder ausgezeichnet hatte. Dieser wurde 1689 zum Vizeadmiral der Levante ernannt, welchen Dienstgrad du Quesne wegen seiner Religion nie erlangt hatte.
Ein venetianisch-türkischer Krieg 1684–1699 soll im Kapitel X besprochen werden (vergl. Seite [297]).
Fußnoten:
[203] Hauptquellen: de Jonge, Teil II; „Vie de Tromp“. — Bonfils; Jal: „du Quesne“.
[204] Hauptquellen: de Jonge, Teil II, und „Leben Ruyters“, in letzterem der Bericht Ruyters über die Expedition mit genauen Dispositionen für die Landung auf Martinique.
[205] Hauptquellen: de Jonge, Teil II, dort auch genauere Angaben über die beiderseitigen Streitkräfte; Chab.-Arnault; Bonfils.
[206] Ein Schiff fortbewegen, indem man mit Booten leichte Anker auslegt und sich an diese heranholt.