[251] Z. B. in den soeben angeführten Quellen; für die englische Marine im Clowes, Teil II, Kap. „minor operations“.

[252] Vgl. Mahan, Teil I, Seite 188 und Seite 126–132. Von Mahans Auslassungen ist bereits früher (Seite [305]) ein Auszug gegeben, an den gewissermaßen hier angeschlossen wird.

[253] Etwas genauer geschildert in Colomb, Kapitel XI, XII; in Bonfils, Teil I; in Clowes, Teil II, „minor operations“. In Zimmermann „Europäische Kolonien“, Band II und IV ist näher auf die Kriege Englands und Frankreichs um Kanada usw. eingegangen.


Neuntes Kapitel.
Der Spanische Erbfolgekrieg 1702–1713.

Die politischen Verhältnisse und Verhandlungen vor Ausbruch des Krieges.[254] Auch dieser Krieg erscheint in der Hauptsache nur als ein großer europäischer Festlandskrieg, ist aber doch von der größten Bedeutung für die Seekriegsgeschichte. Er wird schon ebensosehr durch die Eifersucht der Staaten in maritimen Interessen wie durch Streit um Länderbesitz hervorgerufen; in Beziehung auf maritime Interessen sind seine Folgen von großer Wirkung. In ihm entscheidet sich der Kampf der drei großen Seemächte um die Herrschaft auf dem Meere. England erringt den von jetzt an kaum noch bestrittenen ersten Platz. Große Aktionen zur See bringt dieser Krieg noch weniger als der Pfälzische Erbschaftskrieg. Der Einfluß der Seestreitkräfte auf den Verlauf ist zwar besonders auf seiten der Gegner Frankreichs groß, aber er besteht, ähnlich wie in dem vorigen Kriege von 1694 an und noch mehr, fast nur in dem geräuschlosen andauernden Drucke, mit dem die Seemacht arbeiten kann, indem sie dem Feinde die Hilfsquellen abdämmt, während sie die eigenen offen hält. Aus diesen Gründen wird sich schon die Schilderung des Spanischen Erbfolgekrieges ebensosehr mit genauer Auslassung über die vorstehenden Punkte — Ursachen und Folgen des Krieges in maritimer Hinsicht; Einfluß der Seemacht — wie mit der Beschreibung kriegerischer Ereignisse zu beschäftigen haben.

Wie der Name sagt, gab die Thronfolge in Spanien — beim Aussterben des habsburgischen Zweiges — den Anlaß zum Kriege; schon vor dem Tode des letzten Königs, Karls II., beschäftigte diese Frage die Kabinette. Es handelte sich darum, ob der Nachfolger aus dem Hause Bourbon oder aus dem habsburgischen Zweige, der in Österreich regierte, hervorgehen sollte. Diese Häuser waren erbberechtigt: In erster Linie durch die beiden Schwestern Karls II., von denen Maria Theresia mit Ludwig XIV. und Margarete Theresia mit Kaiser Leopold I. verheiratet gewesen waren; in zweiter Linie auch schon durch die beiden Schwestern König Philipps IV., von denen Anna die Gemahlin Ludwigs XIII. und Maria Anna die Kaiser Ferdinands III. gewesen waren (die Mütter Ludwigs XIV. und Leopolds I.).

Ludwig XIV. und Leopold sahen wohl ein, daß die übrigen Staaten nicht zulassen würden, Spanien mit ihren Ländern zu vereinigen, sie traten deshalb für ihre Person und ihre Thronfolger zurück. Ludwig verlangte den spanischen Thron für seinen Enkel Philipp von Anjou (einen „jüngeren“ Bruder), Leopold für seinen zweiten Sohn (aus dritter Ehe).