„Ich weiß nicht: ich fand die Gesellschaft immer unausstehlich!“

„Es sind Kinder. Aber aus einer dreitausendjährigen Kinderstube. Selbst in ihrem Mutwillen steckt uralte Kultur... Unterschreib’ Dich mal da gleich als Mitglied!“

„Was ist das? Pro gen...?“

„Pro gentilezza!“ sagte die kleine Frau stolz. „Neu gegründet! Ein Bund zur Einbürgerung milder italienischer Sitten bei uns!“

„Ich erinnere mich nur, daß die Italiener immer in der Eisenbahn spuckten und Orangenschalen herumschmissen!“

„Ihr seid eben lieblos! Und da unten lieben sie uns doch so!“

„Glaubst Du wirklich? Warum geben sie Einem dann immer falsches Geld heraus?“

„Nein, nein, nein!“ sagte die kleine Frau mit einem Heiligenlächeln. „Ich glaub’ an meinen Süden! Ich glaub’ an die Schönheit. Ich glaub an die Kunst und Natur. Jeder hat sein Ideal. Du die angelsächsische Freiheit, ich das blaue Mittelmeer! Ach, Ende Juli, wenn Hugo bei seinem Friedenskongreß in Paris ist ... und ich als Zugvogel über die Alpen ... immer mit so einem bischen Wehmut in der Freiheit... Immer summt es mir hinterm Gotthard von Scheffel:

O Jugendlust, wie wirst du älter!

Bald ist auch mir die Stunde nah,