„Warum kommen denn die alle zu uns? Offenbar, weil sich daheim kein Kuckuck um sie kümmert!“
Darauf wußte Frau Phila nicht gleich eine Antwort. Sie wehte sich erbittert mit ihrer seidenen Pezzuola Kühlung zu.
„Und warum kommen Sie, wenn Sie hier nur Unfrieden stiften?“
„... weil Sie mich hierherbefohlen haben, meine gnädigste Frau... Ich weiß auch nicht, weshalb.“
Nun hatte er die schneidende Höflichkeit des Exerzierplatzes. Inge war hinter ihnen in das blaue Nebenzimmer getreten und sagte ruhig:
„Also, Phila. Du hast eine Dummheit gemacht! — Und nun schau, daß Du zu den Gästen kommst! Sonst geht Dir Dein maëstro durch die Lappen!“
Die kleine Frau stürzte in das Studio. Zu spät. Der Göttliche hatte gefunden, daß man sich zu wenig um ihn kümmerte, und sich ohne Abschied empfohlen. Auch die Serben waren verschwunden. Die Yankeemiß. Der Salon wies klaffende Lücken wie von einer Schlacht. Ein fremder, unheimlicher Geist war durch ihn gegangen. Ein preußischer Geist, hart, spröde, scharf. Er stand nebenan in Offiziersuniform.
„Meine Geduld ist zu Ende, Inge!“
„Ich will ja auch keinen Anfang wieder!“
„So spielt man nicht mit mir!“