„Warum haben Sie mich denn dann eigentlich herzitiert?“
„Da fragen Sie bitte meine Schwester! Ich hab nichts davon gewußt.“
Er suchte mit zornigen Augen nach ihr, hörte neben sich ein serbisches Gespräch und sagte dem Ehepaar Mialkowitsch plötzlich halblaut ein paar russische Worte. Der Geigerkönig wurde blutrot. Seine Frau blaß. Beide packten eilig ihre Noten zusammen. Die Frau des Hauses schoß erschrocken heran und faltete flehend die Hände.
„Eine Zugabe, Meister! Bitte! Bitte!“
„Aber nicht die, von der Sie eben zu Ihrer Frau Gemahlin auf Serbisch meinten, sie sei für die Schwaben noch lange gut genug!“ sagte Paul Isebrink. Ein peinliches Schweigen entstand. Frau Phila Martius war nervös über die Störung.
„Oh... Aber... Aber so ’was straft man doch am Besten durch Nichtachtung, Herr Hauptmann...“
„Warum denn?...“
Frau Phila Martius war empört. Mit ihrem Jour verstand sie keinen Spaß. Dies kleine, kunstvoll gepflegte Gärtchen des Geistes sollte man ihr nicht mit Nagelschuhen betreten. Sie hob sich kampflustig auf den Fußspitzen und sagte gedämpft:
„Bitte ... nehmen Sie doch ein bischen mehr Rücksicht!... Die ersten Geister des Auslands...“