„Eine Antwort, aber keine Widerlegung!“
„Diese Szenen...,“ sprach Nicolai Schjelting leise und nervös und fuhr sich mit der Hand über die Augen. Dann wandte er sich wieder zu seiner schönen jungen Frau. „Sehr gut!... In der Tat! Und unser Eintritt in jeden Salon? Ist es nicht ein Ereignis, wenn der Diener ruft: Monsieur und Madame de Schjelting?“
„Wie lange noch? Sie nutzen Dich aus und lachen Dich aus! Die Großfürsten lassen Dich laufen wie ihre Troikapferde. Du bist ihr Galopin für ganz Europa!... Kein Balkankönig, wo Du nicht antichambrierst!“
„Du wirst dreist, meine Freundin!“
„Man nennt Dich schon den Rubel auf Reisen! Ein schönes Metier, die ganze Welt zu bestechen — französische Deputierte, italienische Zeitungsschreiber, serbische Minister, Leute, die kein Mensch sonst mit der Feuerzange anrührt! Dafür bist Du der Montenegriner-Partei in Petersburg gut genug! Wenn Du erst die Schwindsucht hast, wird man Dich vergessen!“
„Genug davon!“ sagte Nicolai Schjelting müde und ein Gähnen unterdrückend. Ghislaine hatte ihren Toilettenspiegel auf die Marmorplatte geworfen, daß das Glas zersprang. Sie trat drohend, mit geballten Fäusten auf ihn zu, erbittert durch sein nachsichtiges Lächeln, als sei sie ein ungezogenes Kind.
„Inzwischen vergißt Du mich! Ich habe Dir hunderttausend Francs Rente mitgebracht...“
„Still davon!“
„... und bin dafür die Strohwitwe von Brüssel. Jedes Kind kennt mich schon. Man lächelt. Man fragt mich längst nicht mehr nach Dir. Man weiß, Du bist ja doch nicht da. Man wundert sich, mein Lieber!... Man schüttelt den Kopf, daß Du nicht mehr Sorge um mich hast, eine Frau wie mich...“