„Und ich erkannte die Stimme meines Schwagers, des großen Higgins. Er nölt doch so. Genau wie ’ne verrostete Türangel. Der Andere — Du, wir haben einen ganz gefährlichen Kunden mitgebracht. Du denkst natürlich, er wäre Reverend, aber — Ja so — das darf ich ja auch wieder nicht sagen... Also die Beiden saßen oben. Und mein Schwager William sagte: Nein, Captain! Die russische Probe-Mobilmachung diesen Herbst ist nicht weise! 1916 ist ein gutes Jahr zum Krieg!“

„Das hast Du gehört?“

„Dann sagte der Cap... Ich wollte sagen der Reverend — etwas, was ich nicht verstand... Und wieder Higgins: Der Verrat Italiens — schön! Aber der Verrat Italiens geht seit zehn Jahren!“

„Was erzählst Du da?“

„Dann sprachen sie was vom Balkan und von Japan und lachten.... Da kam gerade eine Welle ... und dann sagte mein Schwager: Ich glaube nicht, daß wir vor 1916 den Krieg gegen Deutschland eröffnen können!“

„Um Gotteswillen!“

„Dann standen sie auf und gingen schlafen. Ich werd’ die Geschichte nicht los ... es ist mir seitdem immer, als hinge eine dunkle Wolke über allem...“

Durch das Fenster wehte eine laue Abendbrise. Sie brachte die Menschenstimmen von unten mit sich. Lachen und Schwatzen in drei, vier Sprachen auf der Strandpromenade. Ferne Musik. Wieder ein Windhauch von der See. Es war wie friedliche Atemzüge der ganzen großen Menschheit auf Erden. Völkerverbrüderung. Das goldene Zeitalter im bunten Festgewand. Silberne Lichter über Meer und Land. Der Tag schwand. Ein wohliges Dämmern breitete sich über den Fahnenprunk der Stadt.

„Ach, Inge, mir ist das Herz schwer!“ sagte Hannah Higgins. „Es ist alles so unheimlich um Einen her. Ich bin froh, daß Du gekommen bist ... vielleicht bringst Du mir ein bischen Ruhe...“

„Die wollte ich mir grade bei Dir holen!“