„Wenn nur Enver Pascha nicht wäre!“
Nicolai Schjelting hörte die Worte des Fürsten nicht. Da kamen nochmals zwei zu Pferd. Der Eine trug türkische Uniform, der Zweite Zivil, Beide den Fez auf dem Kopf. Aber sie saßen straff mit langen Bügeln im Sattel. Sie sprachen laut deutsch miteinander und lachten über die sonnverbrannten Gesichter. Schjelting erkannte in dem im Reitanzug den Hauptmann Isebrink. Er dachte sich schadenfroh: Da haben wir Dich ja!... Nun... Was macht Wiesbaden?
„Die Deutschen vermehren sich hier wie die Heuschrecken!“ sagte neben ihm der Fürst Tschewadse. „Jeder Tag bringt uns neue. Gott straft uns mit ihnen. Unser Spiel hier steht nicht gut!“
„... weil wir unsere Trümpfe noch nicht zeigen! Wir haben zehn Millionen Trümpfe. Gebt nur jedem sein Gewehr in die Hand! — Ah — j’adore le moushik!... Ich bete den russischen Bauern an!“
Das hinderte ihn freilich nicht, im Vorhof der russischen Botschaft die dort in Massen wartenden, barhäuptig in Schafpelze und Bastschuhe gekleideten russischen Jerusalempilger rücksichtslos mit der Faust bei Seite zu knuffen: „Willst Du wohl einem Barin Platz machen, Du Hundesohn — he!“ Innen in der Botschaft war es kühl. Der Lärm von Pera drang nur unbestimmt herein.
„Und Limpus?“
Der Fürst Tschewadse hob vielsagend die Achseln. Der Britenadmiral, dem die osmanische Flotte anvertraut war, tat ja, was er konnte. Wichtige Bestandteile der Geschütze und Maschinen waren in Galata und Tophana versteckt, kein Schiff war kriegsbereit. Und sollte eines doch in See gehen, so sorgte die geheime drahtlose Station auf dem Hausdach des Admirals für den Verrat.
„Sehr gut! Ein tüchtiger Kerl!“
„Was hilft es gegen die Deutschen zu Lande? Wie — — Sie wollen schon wieder aus? Und die Reisemütze auf dem Kopf?“