„Nichts Neues, mein Freund?“
„Nichts!“
Dabei setzte er sich neben sie, kurbelte elektrisch an und sauste den steilen Boulevard hinauf. Nicolai Schjelting schaute den Beiden nach. Es wetterleuchtete wild über seine nervösen Züge. Er dachte sich: Ah — meine gute Ghislaine — steht es schon so? Du zeigst Dich bereits mit meinem künftigen Nachfolger vor aller Welt, um mir Deine Verachtung zu bekunden!... Nun: Täuschen wir uns nicht, meine Beste! Ich bin keine quantité négligeable! Ich kenne die, die bald lachen und die, die bald weinen werden!
Er warf die Zigarette in weitem Bogen hinter sich. Es war wie eine sinnbildliche Handlung. Eigentlich frohlockte die Spielernatur in ihm: Meine Glückwünsche! Meinen Dank! Je freier, je besser. Nichts hinter mir. Die Küste schwindet. Der Sturm von Osten schwellt meine Segel in ungemessene Weiten...
Oben im Quartier Léopold stieß Nicolai Schjelting in einem der vornehmen Mietshäuser die Schreiber im Vorzimmer bei Seite und drang brüsk, fast ohne anzuklopfen, in das Allerheiligste des Maître Nicolas. Der grauköpfige Advokat erhob sich mit der glattrasierten Würde seines Standes. Er wollte seinen Klienten begrüßen. Aber der schnitt ihm, die Hände in den Taschen mitten im Zimmer stehend, das Wort ab.
„He: was ist das für ein Kerl?“
„Wen meinen Sie, Herr von Schjelting?“
„Wen soll ich wohl meinen? Diesen Barsoî — diesen Windhund da unten — diesen Narren in der weißen Nußschale von Automobil.“
„Ach so! Baron de Ridder!“