„Ah bah: Ihr habt unterschrieben!... Schon vor Jahren... Ihr hattet Zeit genug, es Euch zu überlegen! Man wird Euch jetzt nicht lange fragen!“

Im Weitergehen dachte sich Schjelting: die Engländer schmeißen dies kleine Belgien in den Krieg, wie einen Pudel ins Wasser! Mag es schwimmen! Unser Hühnerhund heißt Serbien! Der kann’s besser... Er lächelte schadenfroh. Serbien liebte er. Aber Belgien war die Heimat seiner Frau...

In seiner Hotelwohnung erhob sich bei seinem Eintritt ein kleiner, wohlbeleibter Franzose mit blitzenden Augen und schneeweißem Henriquatre, das rote Bändchen im Knopfloch. Der General de Rigolet de Mezeyrac war schon ein hoher Siebziger. Aber das gallische Temperament sträubte ihm förmlich den weißen Haarschopf wie einem alten Kampfhahn.

„Ah, Nicolai ... in welcher Zeit leben wir! Im Großen wie im Kleinen! Ich bin direkt von Trouville hierhergefahren. Es ist meine Pflicht, als der Großvater Ghislaines! Es muß vermittelt werden, zwischen ihr und Ihnen. Jetzt ist nicht die Zeit, die heiligen Bande zwischen Frankreich und Rußland zu sprengen!“

„Nun ... diese gute Ghislaine ist da anderer Meinung als Seine Majestät der Zar und Monsieur Poincaré!“ sagte Schjelting kalt. „Sie hat aus eigenem Antrieb die Trennung unserer Ehe beantragt...“

„... während Sie mit einer Deutschen in Wiesbaden ... oh ... auch Pariser Freunde haben Sie dort gesehen! Man kennt jetzt Ihre diplomatischen Reisen!“

„Nichts geschah in Wiesbaden, mein General!... Während hier Ghislaine mit einem Windhund ... ich vergaß seinen Namen...“

„Ah bah! Lassen wir’s!... Die Laune einer hübschen Frau!“

„Ein Zeichen menschlicher Verblendung! Ghislaine verläßt mich am Vorabend der großen Stunde, die uns zu Herren Europas macht! Sie verzichtet auf den Exzellenzenrang, den Gräfinnentitel, die Würde einer Botschafterin, die Gnade des Petersburger Hofs. Ein nach Benzin riechender Taugenichts ist ihr lieber...“