„Wollen Sie mir nicht erst diese Erfolge selbst nennen?“
„Spielen Sie den Unschuldigen? Man sagt, daß diese Dame bereits verlobt war, als Sie auftauchten! Daß sie Ihretwegen diesen preußischen Offizier verabschiedete. Er soll sich nach der Türkei gewandt haben. Aha ... nun röten sich Ihre Wangen...“
Nicolai Schjelting fuhr sich mit der Hand über die Augen. Er fühlte das Blut heiß zu Kopf steigen. Diese Worte, die wie Nadelstiche von den geschminkten Lippen dort kamen, diese Worte schenkten ihm ein Atemholen befriedigter Eitelkeit, wie sie selbst er, der Selbstbewußte, der Petersburger, noch kaum empfunden. Es war vielleicht nicht wahr. Er hatte sich in seinen eigenen Träumen nicht so weit verstiegen. Aber wenn es Anderen schon so schien... Zum ersten Mal in seinem Leben dachte er sich: Gut... — ich war vielleicht zu bescheiden...
„Sie schweigen...?“ sagte seine Frau spöttisch nach einer Weile.
Er machte eine Kopfbewegung, als wehrte er eine Fliege ab. Alles zitterte in ihm. Er sagte sich: Noch hat der Kampf nicht begonnen, und ich habe für mein Teil schon gesiegt! Den Deutschen aus dem Feld geschlagen! Ein Glück, wenn man abergläubisch ist! Da geben Einem solche Schicksalszeichen Mut!
„Also: Wann reisen Sie denn wieder nach Wiesbaden?“
„Sie bringen mich auf eine gute Idee: Morgen!“
„Ah — das ist stark!“
„Was wollen Sie?... Man muß die Zeit nutzen!“