William Higgins las:

„Bitte zu mobilisieren!“

Ein Schweigen. Dann versetzte er, das Blättchen hinlegend:

„Das ist der Weltkrieg!“

„Der Weltkrieg nach Rußlands Wille!“ sagte Nicolai von Schjelting. Ein unheimliches Leuchten glomm in seinen Pupillen. Im Geist sah er, fern da unten, den Strand der Donau, da, wo an der großen und kleinen Kriegsinsel die Save sich in sie ergießt. Es dämmerte nun wohl schon dort im Südosten über Belgrad. Mit ausgelöschten Lichtern graute die Teufelsstadt durch die Nacht, hinüber nach Semlin und über die breite Wasserfläche nach dem ungarischen Nordufer. Und in dem Dunkel dieser Nacht regte es sich vielleicht jetzt schon geheimnisvoll zu beiden Seiten der beiden Ströme, ratterten Automobile, knarrten Räder, klirrten Waffen, raunten Stimmen. Plötzlich ein kurzer, lauter Befehl: ‚Erstes Geschütz Feuer!‘ Ein Purpurzucken durch das Schwarz. Der Doppelklang von Abschuß und Einschlag. In der finsteren Weite von Wasser, Luft und Land verrollte der Widerhall des ersten Schusses...

X.

Nie segnete die Sonne liebevoller das deutsche Land als in diesen drei letzten Julitagen des Jahres 1914. Nie war unter dem blauen Himmel mehr Fruchtbarkeit, Fröhlichkeit und Frieden zwischen Maas und Memel. Es brauste im Gewühl der großen Städte: Unser täglich Brot gieb uns heute! Das Dorfkirchlein läutete hinaus ins Ackerland: Im Schweiß des Angesichts sollst Du Dein Brot essen! Tausend Wimpel wehten in den Häfen: Mein Feld ist die Welt! Hunderttausend Treibriemen und Maschinen sangen: Rast’ ich, so rost’ ich! Und Alles, was an Gütern der Gesittung täglich aus deutscher Hand entstand und über die Erde ging, blickte zurück zu den Stätten deutschen Geistes, zu den Retorten und Reißbrettern, den Kontorpulten und Kathedern: Ich bin die Tat von Deinen Gedanken!