Hugo Martius stand auf.
„Also nochmals: ich glaube an den Frieden!“ versetzte er. „Wir können mit mehr Recht als der kleine Napoleon sagen: ‚Das Kaiserreich ist der Frieden!‘ Seit Versailles hat Europa Ruhe! Das verdankt es uns!“
„... wenn es uns das dankt!“
„Na bitte: Wen reizen wir denn? Wen verletzen wir denn? Wen schädigen wir denn? Wir sind doch mit aller Welt Freund! Wir haben ein offenes Herz für Hinz und Kunz. Wir sind doch nun ’mal Idealisten. Ich glaub’ an die Menschheit. Das ist nun ’mal deutsche Art!“
„Und soll es bleiben...“
„... soll es bleiben ... in ehrlicher Friedensarbeit ... die sollen sie uns nicht stören, die verfluchten Kerle... Es brennt mir auf den Nägeln, so hab’ ich zu tun! Du hast zu tun! Jeder hat bei uns zu tun! Keiner hat Zeit! So ... nun kurbeln Sie ’mal an, Mann Gottes! In sieben Minuten muß ich am Bahnhof sein!... Adieu... Adieu!“
Geheimrat Tillesen kehrte von dem Parkgitter, bis zu dem er seinen Schwiegersohn geleitet hatte, in das Haus zurück. Das war still und leer. Auch in dem Laboratorium, in das er hinüberschritt, empfing ihn nicht die halblaute Unterhaltung in fünf, sechs Sprachen wie sonst. Feiner Staub lag schon auf dem Platz, wo früher der Montenegriner Dr. Woinowitsch seine betäubten Frösche präpariert hatte. Nur eine Karte an einen Kollegen war von ihm aus den Schwarzen Bergen gekommen. Er hoffe, in Kurzem im Kampf gegen die Schwaben seine Pflicht zu tun...
Der Gelehrte schüttelte still den Kopf. Er trat an den Nebentisch und frug dort den bartlosen jungen Amerikaner Washington J. Parker, der mehr wie ein Baseball-Athlet als wie ein Physiologe aussah:
„Nun — nicht bei der Arbeit?“