„Armes Mädchen...,“ sagte Nicolai Schjelting mit einem sonderbaren, beinahe leidenden Mitgefühl.

„Wahrscheinlich haben wir es dumm angefangen und Euch eine falsche Meinung von uns beigebracht, aus reiner Gutmütigkeit ... aus viel zu viel Anstand... Dadurch habt Ihr den Größenwahn gekriegt!... Und nun bitte: Schluß!“

Nicolai von Schjelting war sitzen geblieben, obwohl sie zornig aufstand. Er griff nach seiner silbernen Tulaer Tabakdose, rollte sich mechanisch eine Papyros, hielt inne.

„Vergeben Sie! Ich war in Gedanken... Der Rauch beruhigt meine Nerven...“

„Meinetwegen...“

Es klang wie: ‚Benimm Dich nun schon ganz als Asiate!‘ Nicolai Schjelting saß träumerisch da, stieß eine blaue Wolke durch die geblähten Nasenflügel und versetzte unvermittelt:

„Ich lasse mich jetzt von meiner Frau scheiden!“

„Was? Eine Frau haben Sie auch?“

„Nun wie? Man muß doch verheiratet sein!“ sagte er beinahe melancholisch. „Ich sprach vorhin schon von meiner Familie. Gott mit ihr!“

Der schwere Sessel rollte mit einem Ruck beinahe bis an die Wand zurück, so ungestüm sprang er plötzlich von ihm in die Höhe.