„Wer ist denn hier verwirrt? Wir sind Alle ruhig und klar! Einer wie der Andere!“

„Fliehen Sie lieber nicht in die Schweiz — das ist für mich zu weit — sondern nach Schweden! Ich schaffe Ihnen und Ihrem Vater Unterkunft im Hotel Royal in Stockholm. Das wird jetzt eine unserer Haupt-Etappen auf dem Wege von Rußland nach dem verbündeten Westen. Ich komme da oft durch. Ich kann Sie sehen! Mit Ihnen über die Zukunft sprechen!“

„Zum letzten Mal: Gehen Sie! Reisen Sie lieber selber schleunigst nach Schweden, ehe man Sie bei Kriegsausbruch hier verhaftet!“

„Der Krieg bricht aus, wann wir es bestimmen!“ sagte Nicolai von Schjelting hochmütig. „Noch sind wir nicht so weit! Bei Euch wird man verhandeln und telegrafieren! Das wissen wir!“

„Gottseidank, da höre ich endlich draußen den Karl im Garten! Soll ich Ihnen wirklich von dem Diener Hut und Stock bringen lassen, Herr von Schjelting?“

Nicolai Schjelting legte mit einem grausamen Augenblinzeln den Kopf zurück. Ein heißes und wildes Lächeln entblößte seine Zähne. Inge Tillesen trat wieder ein paar Schritte zurück: Nun stand der wahre Moskowiter vor ihr, der begehrliche Barbar. Siegestrunken, im Taumel der Zukunft.

„Mich entläßt man nicht wie einen Dwornik! Die Zeit ist vorbei, da man einen Russen hinausschickte! Wir werden Euch Deutschen kommen! Wir führen uns selber ein, sans être invités! Wir sind zehn Millionen ungebetene Gäste!... Pah ... was ist denn dies kleine Deutschland...“

„Karl...“

„Es liegt in der Freiheit unseres allrussischen Herzens, was wir zertreten und was wir verschonen! Jeder nimmt sich, was er will!“