„Na — da geben wir uns die Hand, Exzellenz! So geht’s! Nu erfüllen sich die Zeiten! Es hat ein Ende mit Vielem und viel Besseres fängt an!“
XI.
Sagen Sie mir doch um Gotteswillen: Wann kommt der Zug aus Wien?“
Keine Antwort. Jeder hatte mit sich zu tun. Es war nur ein tausendfaches, wirres, abgerissenes Stimmengeschwirr unter der glühenden Glaswölbung des Münchner Hauptbahnhofs. Die Luft trüb von Staub. Unten das Gewühl eines durcheinanderwimmelnden Ameisenhaufens gleich dem Bild des aufgestörten Erdballs im Kleinen.
Inge Tillesen wurde hin- und hergestoßen. Sie wehrte sich mit dem rechten Arm gegen einen langen Bergstock und ein daran befestigtes Alpenrosenbüschel. Überall waren auf einmal Bergstöcke, saß Gamsbart und Lodenhut schief auf erregten Gesichtern. Die kamen vom Brenner. Aufgescheuchte Tiroler Sommerfrischler. Immer neue Tausende. Tag und Nacht. Sie erwischte glücklich einen atemlosen Beamten am Arm.
„Wann kommt denn wieder ein Zug aus Wien?“
„Ja, i woaß net!“
„Aber ich steh’ nun schon seit gestern hier! Ich muß doch...“