XII.

Nicolai von Schjelting’s Genosse an diesem Abend war ein Moskauer Däne, einer jener Finanzmänner, die sich den mächtigen Schutz der Kaiserin Mutter und der Kopenhager Clique für ihre Geschäfte im Zarenreich, im Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu Nutze machten. Er war klein, brünett und hager. Er hatte seine Freunde in dem Petersburger Minister-Komité, im Reichsrat und in der Gossudarstwennaja Duma. Mit Schjelting einte ihn der Deutschenhaß. Sie hätten sich trotzdem am leichtesten deutsch miteinander verständigt. Aber, um nicht durch dessen fremdartigen Klang aufzufallen, sprachen sie englisch.

„Nun — Sie brachen so plötzlich auf, Herr von Schjelting?“

Sie gingen in der lauen Sommernacht durch die Ottostraße dahin. Nicolai Schjelting hatte seine Sicherheit wieder. Etwas gönnerhaften Hochmut gegen den homme d’affaires neben ihm.

„Ja wie? Man kann doch nicht ewig sitzen bleiben! Diese Deutschen...“

Herr Niels Poulsen war noch dänischer Staatsangehöriger und also neutral. Es war ihm, seit dem fluchtartigen Rückzug, in Gegenwart des Russen mit der Yankee-Schleife nicht mehr ganz behaglich zu Mut. Schjelting achtete nicht auf das betretene Schweigen des Andern. Er sagte wieder nachdenklich vor sich hin:

„Diese Deutschen...“

Und dann, in jähem slawischen Stimmungswechsel, seinen Begleiter am Arm packend.

„Wie ist das? Verstehen Sie das?“