„Was denn?“

„Haben Sie gesehen, wie dies gelbe Automobil vorhin abging? Diese Offiziere lachten und scherzten. Sie hatten sich mit Blumensträußchen bestecken lassen. Sie hatten Eichenlaub am Helm und am Wagen. Sie fuhren in den Krieg mit uns, mit Frankreich, mit England, mit der halben Welt, so wie man Sonntags auf die Datsche fährt! Belieben Sie! Was heißt das?“

„Es sind Soldaten!“

„Nun — und ihre Frauen? Haben Sie bemerkt, daß keine von ihnen beim Abschied weinte? Auch die jungen Mädchen nicht? Die Bräute? Wie machen sie das? Sind diese Deutschen von Stein?“

„Vielleicht waren es nur entfernte Verwandte...“

„Es war schon eine Braut unter ihnen!“ sagte Nicolai Schjelting mit einem sonderbaren Lächeln. „Ich weiß es. Und auch, wem dieses Gretchen-Herz gehört!“

Er warf den Kopf höhnisch in den Nacken.

„Aber die letzte Stunde des preußischen Militarismus hat geschlagen. Der Krieg wird diese Kriegskaste verschlingen. Es ist ja nur eine Handvoll Menschen. Das deutsche Volk hat nichts mit ihr gemein!“

Um die Ecke der Briennerstraße wälzte es sich uferlos, tosend, im Sturm flutend, wie ein von Blitz und Donner der Berge angeschwollener Alpenstrom, in der Nacht verschwimmend, von Fackeln erhellt, von Fahnen überflattert, von geschwungenen Hüten und Tüchern, von Hurrah und Massengesang überbraust. Der Däne riß Schjelting zur Seite.